Ölpreise auf Zwölf-Monats-TiefOPEC-Förderkürzungen funktionieren nicht

Nachdem die Ölpreise auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gefallen sind, setzt eine leichte Erholung ein. Die Ölpreisentwicklung zeigt sich hoch volatil.

08.05.2017 - 11:06 Uhr08.05.17 11:06
|
Von: 
|
|
Saudi-Arabiens Delegierte auf einem OPEC-Gipfel: Es gibt schon wieder Gesprächsbedarf
Saudi-Arabiens Delegierte auf einem OPEC-Gipfel: Es gibt schon wieder Gesprächsbedarf© Getty Images

Nach heftigen Verlusten in der Vorwoche von sechs Prozent zeigen sich die Ölpreise am Morgen nach der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahl weiterhin schwach. Die Nordseesorte Brent wird für rund 49 US-Dollar gehandelt. WTI-Öl kostet knapp über 46 US-Dollar.   

Marktkenner halten den jüngsten Preisrutsch bei Rohöl übertrieben. Die Lagerbestände in den USA waren zuletzt gefallen und eine Verlängerung der OPEC-Kürzungen steht offenbar an – fundamentale Gründe können die Verluste daher kaum erklären. Wie am Montag bekannt wurde, erwartet der saudische Ölminister eine Verlängerung der Förderbegrenzung in das zweite Halbjahr 2017 hinein. Im Januar hatte die OPEC im Verbund mit wichtigen Ölstaaten wie Russland die Produktion auf täglich 9,8 Millionen Barrel gesenkt. Zuletzt belastete die Unsicherheit, ob die OPEC-Staaten willens seien, ihre sechsmonatigen Produktionskürzungen zu verlängern. Wie ebenfalls am Montag bekannt wurde, unterstützt Russland eine Verlängerung der Rohöl-Fördergrenzen über 2017 hinaus.

Die Ölpreise zeigten sich zuletzt hoch volatil. Bis zum Freitag, 5. Mai waren sie massiv unter Druck geraten. Der Preis von US-Öl sackte auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr, bevor Schnäppchenjäger zugriffen.

Sollte es zu einer kurzfristigen Erholung der Preise zum Wochenauftakt kommen, sehen Händler diese schon wieder bedroht. In Libyen drohen neue Produktionssteigerungen.

Fracking-Aktivitäten bremsen Ölpreisanstiege aus

Auch aus den USA droht Ungemach. Aufgrund der leichten Preissteigerungen in den vergangenen Monaten begann es sich für viele Fracking-Firmen zu lohnen, ihre stillgelegten Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Aktuelle Daten von Baker Hughes, drittgrößtes Service-Unternehmen für Erdölfelder weltweit, signalisieren deshalb einen weiteren Anstieg der in den USA aktiven Förderanlagen: Die Zahl der aktiven Erdöl-Bohrungen ist um sechs auf 703 Anlagen gestiegen.

An der globalen Überversorgung mit Öl dürfte sich vorerst nichts ändern – obwohl viele Indikatoren auf ein Anziehen der Weltwirtschaft hinweisen. Für 2018 wird ein Wachstum der globalen konjunkturellen Entwicklung in Höhe von 3,8 Prozent erwartet.