O’zapft is 121 Maßkrüge Bier für eine Unze Gold

Schon ab Anfang August dreht sich in München normalerweise alles ums flüssige Gold – das Oktoberfestbier. Die Experten der Liechtensteiner Incrementum AG zeigen anhand der Bier-Gold-Ratio, inwiefern Gold seiner Funktion als Werterhaltungsmittel gerecht wird.

15.10.2021, aktualisiert 26.10.2021 - 11:0626.10.21 - 11:06
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Oktoberfest in München
Oktoberfest in München: 2019, als auf der Wiesn tatsächlich noch „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ angestimmt wurde, konnte man sich mit einer Unze Gold 115 Maß Bier kaufen© Imago Images / Ralph Peters

Es ist ein trauriges Jubiläum: Zum 25. Mal seit 1810 musste das Oktoberfest in diesem Jahr abgesagt werden – zum zweiten Mal hintereinander aufgrund der Corona-Pandemie. Damit schließt das Virus zur Cholera auf, die ebenfalls dazu führte, dass die Tore zur Wiese zweimal geschlossen blieben.

Gold-Bier-Ratio

Der Genuss des Oktoberfestbiers in der traditionellen Maß-Einheit vor Ort kann damit in diesem Jahr nicht stattfinden. Doch weil Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, haben sich die Autoren der Studie „In Gold We Trust“ etwas Besonderes überlegt: Die Gold-Wiesenbier-Ratio. Dieses Verhältnis veranschaulicht die Entwicklung der Kaufkraft von Gold auf der Münchner Wiesn.

Während 1950 Oktoberfest-Besucher umgerechnet 0,82 Euro für einen Liter Bier zahlten, mussten sie 2019 knapp 12 Euro für die gleiche Menge hinblättern. Seit 1950 beträgt die jährliche Wiesnbierteuerungsrate im Schnitt 3,8 Prozent.

121 Maß für eine Unze Gold

Statt in Relation zu den Vorjahren kann man den Bierpreis jedoch auch in Relation zum Goldpreis setzen. Für eine Unze Gold könnte man sich derzeit so 121 Maßkrüge Bier bestellen (siehe Grafik). Dabei gehen die Autoren davon aus, dass der Bierpreis in den vergangenen beiden Jahren im selben Tempo gestiegen ist wie 2019, also um 2,6 Prozent pro Jahr. Dementsprechend würde eine Maß in diesem Jahr 12,40 Euro kosten.

Grafik: Bier-Gold-Ratio

Quelle: Reuters Eikon, Statista, Incrementum AG

Die Bier-Gold-Ratio schwankte im Laufe der vergangenen 70 Jahre stark. Während sie im Durchschnitt bei 90 Maß pro Unze liegt, erreichte sie 1980 mit 227 ein Allzeithoch. 1971 hingegen waren für eine Unze Gold gerade einmal 48 Maß zu haben. Schuld ist in dem Fall nicht der Bierpreis, sondern der Goldkurs, der enormen Schwankungen unterliegt.