AB-Experte Morgan Harting „Schwellenländer haben 2018 noch Luft nach oben“

„Die Hausse der Schwellenländer ähnelt stark dem Muster an den US-Börsen“, findet Morgan Harting, Multi-Asset Portfolio Manager bei der Fondsgesellschaft AllianceBernstein (AB). Denn: Technologiemarktführer haben bisher dreimal so viel Ertrag abgeworfen wie der Rest des Schwellenländer-Anlageuniversums. Doch es gibt noch weitere Bereiche, die 2018 enorme Chancen bieten.

17.11.2017 - 13:5717.11.17 - 16:05
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Chiu Chow Opernsängerinnen mit Smartphones in Hongkong, China: Technologiemarktführer aus Schwellenländern dürften einer der chancenreicheren Sektoren werden
Chiu Chow Opernsängerinnen mit Smartphones in Hongkong, China: Technologiemarktführer aus Schwellenländern dürften einer der chancenreicheren Sektoren werden© Getty Images

Die Wertsteigerung der Aktien aus den Schwellenländern stützte sich in diesem Jahr im Wesentlichen auf die fundamentalen Grundlagen. Im Zuge des soliden globalen Handelswachstums wurden die Gewinnschätzungen das ganze Jahr hindurch angehoben. Das Besondere dabei: Nur ein Zehntel der bisherigen Erträge in diesem Jahr stammt aus expandierenden Bewertungen. Aus diesem Grund sehen wir weiterhin Luft nach oben. 

Verbesserte Grundlagen

Obwohl die Bewertungen von Emerging-Markets-Aktien etwas gestiegen sind, werden diese immer noch mit einem erheblichen Abschlag gegenüber den Industrieländern gehandelt. Die wirtschaftlichen Daten vieler Schwellenländer verbessern sich zusehends. Das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes wird 2018 schätzungsweise auf 4,6 Prozent steigen, während die Inflation in den meisten Ländern stabil bleibt oder sinkt. Diese Kombination schafft gute Voraussetzungen für weitere Stimulierungsmaßnahmen, sollten sich diese als nötig erweisen.

Die externen Bilanzen der Schwellenländer haben sich zudem erheblich verbessert. Dadurch sind die Emerging Markets weniger abhängig von ausländischem Kapital und weniger anfällig für steigende Zinsen in den Industrieländern. Und Reformen sowie strukturelle Verbesserungen in vielen Ländern sorgen für eine weitere Aufhellung der Wachstumsaussichten.

Diese positiven Entwicklungen sorgen für gute Stimmung bei Schwellenland-Anlegern. Wir glauben, dass im kommenden Jahr in den folgenden Bereichen das größte Potenzial zu finden ist:

1.     Technologiemarktführer

Die Hausse der Schwellenländer-Aktien ähnelt bislang stark dem Muster an den US-Börsen. Etwa ein Drittel der Kursanstiege geht auf die Marktführer in digitalen Sektoren wie Mobilfunk und Onlinehandel zurück. Viele Anleger halten die amerikanischen Giganten Facebook, Amazon, Netflix und Google (Sammelbegriff: FANGs) mittlerweile für unangreifbar. Aber die Schellenländer haben ihre eigenen „FANGs“: Alibaba, Tencent, Samsung, Naspers und Taiwan Semiconductor. Allein diese fünf Aktien haben in diesem Jahr bislang dreimal so viel Ertrag abgeworfen wie der Rest des Schwellenländer-Aktienuniversums.