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„Wir bleiben investiert“

12.08.2019 14:25 Uhr |

Chancen

Die Underperformance von Substanzgegenüber Wachstumswerten kennzeichnet mittlerweile eine ganze Dekade – und dieser Trend hat sich in den vergangenen Monaten weiter verstärkt. Unsere Analysen zeigen, dass der Bewertungsunterschied von teuren und günstigen Aktien bereits groß ist und sich weiter vergrößert. Unsere Value-Experten haben allerdings darauf hingewiesen, dass die Entwicklung von Value-Aktien nur eine relative Enttäuschung ist. In den USA lag der Jahresertrag von Value-Fonds nach Abzug von Gebühren in den vergangenen zehn Jahren in der Regel zwischen 14 Prozent und 15 Prozent. Selbst dann, wenn man am absoluten Höhepunkt des letzten Zyklus und am Höhepunkt der letzten Outperformance von Substanzaktien investiert hätte — also im Sommer 2007 —, hätte man Jahreserträge von etwa 6 Prozent erzielt. Das sieht nicht wirklich nach einem gravierenden Anlagefehler aus.

Allerdings – mit einer zusätzlichen Jahresrendite von 2 bis 3 Prozent im selben Zeitraum haben sich Wachstumsaktien noch besser entwickelt. Beim Kauf von Substanzaktien stellen sich aus Sicht  unserer Investoren zwei Herausforderungen: die zyklischen Risiken für die Gewinne nach einer langen Expansionsphase und die langfristigen Herausforderungen, denen viele ältere Unternehmen angesichts des explosionsartigen Wachstums technologiegesteuerter innovativer Unternehmen gegenüberstehen. Die zyklischen Risiken sind unseres Erachtens bestens bekannt und werden entsprechend eingepreist. Die langfristigen Herausforderungen werden jedoch teilweise übertrieben. Etablierte Unternehmen mit guten Bilanzen und klugem Management werden stärker kämpfen als viele es erwarten. Einige unserer globalen Investoren weisen darauf hin, dass Teile des Gesundheitssektors – oftmals dem Growth-Segment zugeordnet – momentan attraktives Bewertungspotential bieten, wobei dies auf kontroverse Meinungen trifft.

Regional betrachtet sind Aktien aus Großbritannien immer noch äußerst unbeliebt, wobei die politische Unsicherheit eine einfache Begründung liefert. Der Markt erscheint jedoch unterbewertet und die Rentabilität vieler führender Unternehmen hängt nicht vom Binnenmarkt ab. Schwellenmarktaktien liegen insgesamt irgendwo zwischen fair bewertet und günstig, sind jedoch nicht zwingend attraktiv. In China machen sich die Auswirkungen des Handelsstreits inzwischen bemerkbar und die Daten zur Industrieaktivität zeigen sich schwach. Unseren Berechnungen zufolge bieten chinesische Aktien jedoch immer noch kein attraktives Bewertungspotenzial. Aufgrund von Anzeichen kurzfristiger zyklischer Risiken für die chinesische Wirtschaft haben wir dort einige Engagements gekürzt – etwa in der vormals schnell wachsenden chinesischen Kosmetikbranche. Reales Bewertungspotenzial ist woanders zu finden. Koreanische Aktien sind nicht besonders beliebt, sehen aber interessant aus.

Risiken

Die Liste der Themen, die unserem Team Anlass zur Sorge geben, wird inzwischen aus naheliegenden Gründen von Handelszöllen und -barrieren angeführt. Höhere Zölle haben, zumindest kurzfristig, relativ geringe wirtschaftliche Auswirkungen. Da jedoch viele Unternehmen Jahrzehnte darauf verwendet haben, globale Lieferketten aufzubauen, die auf niedrigen Zöllen und Freihandel basieren, sind wir um die Auswirkungen auf die Gewinne besorgt. Dieses Problem ist nicht neu und ein Teil der möglichen negativen Auswirkungen ist bereits eingepreist. Eine weitere Eskalation könnte jedoch bedeutende Risiken für Gewinne und Aktienkurse mit sich bringen.

Während wir über Value und Growth debattieren, sind unsere Portfoliomanager größtenteils der Ansicht, dass viele defensive Aktien – die Bereiche des Aktienmarkts, die am stärksten mit Anleihemärkten korrelieren – relativ gesehen äußerst hoch bewertet sind und zudem oft unattraktive Wachstumsaussichten bieten. Die langfristigen Anleiherenditen haben bereits historische Tiefstände erreicht und diese inzwischen sehr beliebten Anlagen bieten offenbar ein äußerst unattraktives Risiko-Ertrags-Profil.