Fondsvergleich Aktiv versus passiv – wer überzeugt langfristig?

Während des Corona-Crashs im Frühjahr 2020 konnten aktive Fondsmanager ihre Stärken unter Beweis stellen. 2021 scheint es mit der Überlegenheit allerdings vorbei zu sein, wie die jüngste Auswertung der Ratingagentur Scope ergab.

30.08.2021 - 16:0030.08.21 - 17:17
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Touristen tummeln sich vor der New Yorker Börse
Touristen tummeln sich vor der New Yorker Börse: Die Überlegenheit aktiv gemanagter Fonds schwindet© IMAGO / blickwinkel

Aktien entwickelten sich im ersten Halbjahr 2021 stark. Die Ratingagentur Scope hat untersucht, welche Fondsart sich in diesem Umfeld besser geschlagen hat. Konnten aktive Aktienfonds gegenüber passiven Varianten wie ETFs oder Indexfonds eine Outperformance erzielen? Um das herauszufinden, hat Scope die acht wichtigsten Aktienfonds-Peergroups analysiert.

Die Auswertung beruht auf der Outperformance-Ratio. Diese Kennzahl beziffert den Anteil der aktiv gemanagten Fonds einer Peergroup, der die Performance des Vergleichsindex schlagen konnte. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres gelang das gerade einmal 773 von 2.030 ausgewerteten aktiv gemanagten Aktienfonds. Damit ist die Outperformance-Ratio verglichen zum Gesamtjahr 2020 von 46 Prozent um acht Prozentpunkte auf 38 Prozent gefallen.

Zwei Ausnahmen

Lediglich in den Vergleichsgruppen „Aktien Asien Pazifik ex Japan“ sowie „Aktien Nordamerika“ konnten mehr als die Hälfte der aktiv gemanagten Fonds ihren Vergleichsindex schlagen. Auch in den Kategorien „Aktien Emerging Markets“ und „Aktien Euroland“ gab es Erfolge zu feiern, die 50-Prozent-Marke wurde jedoch nicht geknackt (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Aktuelle und historische Outperformance-Ratio

In den Peergroups „Aktien Japan“, „Aktien Europa“, „Aktien Welt“ und „Aktien Deutschland“ fiel die Outperformance-Ratio niedriger aus als im Jahr 2020. Die stärksten Rückgänge verzeichneten „Aktien Deutschland“ mit einem Minus von 23 Prozentpunkten und „Aktien Europa“ mit einem Minus von 22 Prozentpunkten.

Langfristig liegt Passiv vorne

Als einen Grund für die schwache Leistung von Aktienfonds mit Fokus auf Deutschland sehen die Experten den hohen Anteil von Mid- und Small-Caps von knapp 20 Prozent. Während in der Benchmark (MSCI Germany) dieser Wert bei 10 Prozent liegt. Im Vorjahr brachten die kleinen und mittleren Unternehmen den Fonds hohe Überrenditen ein, doch seit Jahresbeginn haben sich Nebenwerte verglichen mit Dax-Titeln deutlich schlechter entwickelt.

Langfristig gesehen fällt die Bilanz ebenfalls eher ernüchternd aus. Schafften es auf 12-Monats-Sicht noch 891 der Fonds, ihre Benchmark zu schlagen, waren es in den vergangenen drei nur noch 535 Fonds. Geht man sogar fünf Jahre zurück, konnten von den 2.030 untersuchten Fonds lediglich 443 Fonds besser als ihr Vergleichsindex performen (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2: Anzahl Fonds mit Outperformance über ein, drei und fünf Jahre

Ausblick

Auch wenn die meisten weltweiten Aktienindizes im ersten Halbjahr deutlich zulegen konnten: 2021 war für aktive Fondsmanager bisher ein gemischtes Jahr – zumindest was die Analyse der Outperformance-Ratios betrifft. Ein Grund dafür sind die Trendwechsel am Markt: Die Favoriten unter den Sektoren oder Regionen im vergangenen Jahr wie Aktien aus China oder Tech-Werte konnten bislang nicht an ihren Erfolg anknüpfen. 

Auch der teilweise im Gesamtmarkt schnelle Wechsel zwischen den Investmentstilen Value und Growth macht es Fondsmanagern nicht leicht, den Vergleichsindex zu übertreffen.