Soziale Energiewende Amundi startet Rentenfonds mit Gerechtigkeitssinn

Der neue Anleihefonds der Fondsgesellschaft basiert auf der Überzeugung, dass die Energiewende nicht zu Lasten sozialer Belange gehen darf.

13.04.2021 - 10:3213.04.21 - 12:12
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Bau einer Windkraftanlage in Deutschland
Bau einer Windkraftanlage in Deutschland: Es wird keine Energiewende geben, wenn diese nicht sozialverträglich ist© IMAGO / Jochen Tack

Europas größter Vermögensverwalter hat mit dem Amundi Responsible Investing – Just Transition for Climate (ISIN: FR0013329828) eine neue aktive Strategie für europäische Anleihen lanciert. Das Fondsmanagement berücksichtigt dabei quantitative Ziele zur Unterstützung der Energiewende und Kriterien für eine sozial gerechte Umstellung im Rahmen des Pariser Klimaabkommens.

Der Fonds geht aus dem Amundi Responsible Investing SICAV – Green Bonds Fonds hervor, der 2015 im Zuge der UN-Klimakonferenz aufgelegt wurde und dessen Ziel die Bekämpfung der globalen Erwärmung war. Die Neuausrichtung der Fondsstrategie stellt die Überzeugung, dass die Energiewende nicht zu Lasten sozialer Belange gehen darf, in den Mittelpunkt.

Das Anlageuniversum basiert auf dem Bloomberg Barclays Euro Aggregate Corporate Index mit 3.122 Unternehmensanleihen. Dieses wird durch ein Negativ-Screening nach Klima- und Sozialkriterien gefiltert. So kommen nur Emittenten ins Portfolio, die Ziele zur Verringerung ihres CO2-Fußabdrucks formuliert haben, kein extremes physisches Risiko mit sich bringen und deren „Just-Transition-Score“ ausreichend hoch ist.

Just-Transition-Konzept

Das Just-Transition-Konzept (engl. gerechte Transformation) folgt der Prämisse, dass der Übergang zu einer kohlenstoffarmen und umweltfreundlichen Wirtschaft für alle akzeptabel sein muss und folglich die sozialen Aspekte des Wandels berücksichtigt werden sollten. Vier Dimension stehen dabei im Fokus:

  • Mitarbeiter: Arbeitnehmer, die in Branchen arbeiten, die von der Energiewende betroffen sind, sollen neue, zukunftsorientierte Arbeitsplätze finden
  • Verbraucher: Konsumgüter sollen erschwinglich bleiben
  • Lokales Gemeinwesen: Kosten und Nutzen des Übergangs sollen gerecht verteilt werden
  • Gesamtgesellschaft: Alle Interessengruppen sollen ihre Rolle in einem konstruktiven Dialog zur Koordination von Maßnahmen wahrnehmen können

Der Just-Transition-Score beurteilt die Leistung der Emittenten im Vergleich zu Wettbewerbern. Jede Dimension wird hinsichtlich der Bedeutung für die soziale Akzeptanz der Transformation gewichtet. Die kontinuierliche Überwachung und der Dialog stellen sicher, dass die Scores und Gewichtungen bei Bedarf angepasst werden.

„Die Forderung nach einer gerechten Klimawende im Rahmen des Pariser Klimaabkommens ist zentral für die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft“, sagt Jean-Jacques Barberis, Head of Institutional and Corporate Clients & ESG bei Amundi. „Es wird keine Energiewende geben, wenn diese nicht sozialverträglich ist. Die soziale Dimension der Energiewende wird daher für Investoren immer wichtiger.“