Anlagenot der Schweizer Bargeld-Versicherungen sehr gefragt

Was einst ziemlich skurril wirkte, entwickelt sich langsam zur Norm: Angesichts der Nullzinsen schließen in der Schweiz immer mehr Unternehmen Versicherungen ab, um ihre Bargeldberge vor Diebstahl zu schützen.

19.09.2016, aktualisiert 20.09.2016 - 15:3220.09.16 - 15:32
|
Von: 
|
|

Aufgrund des tiefen Zins-Niveaus – die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die Leitzinsen Anfang 2015 auf unter null gesenkt – lohnt sich eine Anlage in klassische Kapitalmarktprodukte für institutionelle Anleger in der Schweiz oft nicht mehr. Sie horten deshalb Bargeld – und versichern es oft auch gegen Diebstahl.

„Wir stellen eine höhere Nachfrage nach Versicherungen für das Einlagern von Bargeld fest. Die angefragten Versicherungssummen bewegen sich im Rahmen von 100 bis 500 Millionen Franken.”

Philipp Surholt von der Zurich Insurance

Keine Alternativen zu Bargeld

Die Versicherung Helvetia berechnet nach eigenen Angaben rund 1.000 Franken (912 Euro) pro Jahr, um 1 Million Franken zu versichern. Das ist nur ein Bruchteil jener 7.500 Franken, die ein Unternehmen für das Parken desselben Betrags pro Jahr bei einer Bank zahlen würde.

Das Festhalten der Schweiz an Banknoten mit hohem Nennwert trägt zum Anreiz des Selbstlagerung von Barmitteln bei: Rund eine Million Franken bestehend aus 1000-Franken-Scheinen passen in eine kleine Kiste.