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Die Staatschefs von Russland, Brasilien, Südafrika, China und Indien (v.l.) am 27. Juli beim 10. BRICS-Gipfel in Johannesburg, Südafrika: Die durchschnittliche Rendite von Schwellenländer-Staatsanleihen liegt bei 5,6 Prozent

Anleihemärkte vor ungewisser Zukunft Zinsen rauf, seitwärts oder runter – Angst ist unangebracht

Die fetten Jahre an den Rentenmärkten sind für Peter de Coensel, CIO Fixed Income bei Degroof Petercam AM, grundsätzlich vorbei. Anlegern rät er zu Geduld, Wachsamkeit und maximaler Diversifikation.

01.08.2018 - 09:35 Uhr | Von:  in Anleihen

Unwägbare Zinsmärkte

Seit etwa einem Jahr befindet sich der Bund-Future im Seitwärtstrend. Der Indikator für den deutschen Rentenmarkt reflektiert demnach eine Kursentwicklung, die unter starken Schwankungen zu unveränderten beziehungsweise leicht niedrigeren Renditen bei Bundesanleihen geführt hat.

Bei genauerer Betrachtung scheint sich also die von vielen Marktteilnehmern bereits ausgerufene Zinswende noch nicht durchgesetzt zu haben. Denn wer mit Staatsanleihen der EU-Kernländer Geld verdienen möchte, geht im Schnitt bei Anleihen mit einer Laufzeit von unterhalb fünf Jahren nominal nach wie vor leer aus oder zahlt teilweise sogar drauf. Dabei müssten Anleger unter Berücksichtigung der Inflation knapp unter Prozent Rendite einfahren, um die Kaufkraft ihrer Anleiheinvestition zu erhalten.

Für Peter de Coensel, CIO Fixed Income bei Degroof Petercam AM, sind die fetten Jahre an den Rentenmärkten zwar grundsätzlich vorbei, Angst hält er dennoch für unangebracht: „Bei einem kurzfristigen Anlagehorizont erscheinen einzelne Staats- und Unternehmensanleihen der Eurozone wenig attraktiv. Doch betrachtet man den gesamten Markt für Euro-Staatsanleihen sowie in Euro begebene Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen, sieht der Blick in die Zukunft schon vielversprechender aus. Und wenn man das Spektrum noch auf die globalen Anleihemärkte und Fremdwährungen erweitert, lassen sich die Möglichkeiten deutlich erweitern und Anleiheportfolios mit attraktiveren Rendite-Risiko-Profilen konstruieren.“

Das globale Rentenuniversum in den Blick nehmen

Seine Ansicht untermauert der Rentenexperte mit Zahlen: In Szenarien vorübergehend schwankender Zinsen und Credit Spreads sollten Investoren möglichst geduldig und ohne Market Timing agieren. Dies vorausgesetzt beträgt die durchschnittliche Duration, die dem kürzesten Anlagehorizont entsprechen sollte, bei europäischen Staatsanleihen 7,5 Jahre, bei einem erwarteten Bruttoertrag von 1,8 Prozent.

Für Euro-Unternehmensanleihen liegen diese Werte bei drei Jahren beziehungsweise 2,0 Prozent. Berücksichtigt man den durchschnittlichen Ausfall von Euro-High-Yield-Bonds über fünf Jahre, liegt der erwartete Return für dieses Anleihesegment bei knapp unter 2 Prozent.

„Sucht man außerhalb der Eurozone nach Diversifikatoren, lassen sich interessante Kombinationen zusammenstellen“, sagt Peter de Coensel. „US-Staatsanleihen zum Beispiel handeln bei einem erwarteten Return von 3,1 Prozent und einer Duration von acht Jahren sowie US-Unternehmensanleihen bei 4,8 Prozent beziehungsweise 7,5 Jahren. Das Rendite-Risiko-Profil lässt sich weiter abrunden mit in Lokalwährungen begebenen Staatsanleihen der Schwellenländer, deren erwartete Rendite bei 5,6 Prozent liegt.“