Asbjørn Trolle-Hansen im Interview „Wir wollen ein Allwetter-Portfolio”

Der Nordea 1 - Stable Return Fund gehört zu den Flaggschiffen der Multi-Asset-Branche. In den letzten zwölf Monaten schlug Portfolio-Manager Asbjørn Trolle-Hansen sowohl die Aktien-, als auch die Rentenmärkte. Wir haben mit ihm über sein Erfolgsrezept gesprochen.

18.04.2016, aktualisiert 19.04.2016 - 17:5219.04.16 - 17:52
|
Von: 
|
in  Fonds
|
Asbjørn Trolle-Hansen, Fondsmanager des Nordea 1 - Stable Return Fund
Asbjørn Trolle-Hansen, Fondsmanager des Nordea 1 - Stable Return Fund© Nordea

Der Nordea 1 – Stable Return Fund hat sich auf Jahressicht besser als Aktien und Anleihen entwickelt. Wie schaffen Sie das?

Asbjørn Trolle-Hansen: Wir streuen Kapital breit. Außerdem kombinieren wir immer riskante Assets wie Aktien mit weniger riskanten wie Staatsanleihen und Währungen. Wichtig ist, dass die einzelnen Positionen nicht miteinander korrelieren. Das gilt besonders für Bärenmärkte. Generell versuchen wir, ein Allwetter-Portfolio zu kreieren und die Assets im Fonds nicht allzu oft umzuschichten. Das unterscheidet uns auch stark von Konkurrenten, bei denen der Aktien- und Rentenanteil oft variiert wird.

Ihr Investmentansatz in zwei Sätzen?

Trolle-Hansen: Wir nehmen das Risiko in den Fokus. Der Schutz von Kapital hat immer Priorität.

Sie sind mit zwei bedeutenden Future-Positionen Short in Aktien und Anleihen. Um welche Märkte dreht es sich hierbei, und welchen Sinn haben diese Positionen? Gerade in Hinblick darauf, dass viele Marktteilnehmer nachhaltig niedrige Renditen erwarten.

Trolle-Hansen: Wir halten Short-Positionen in Aktien-Futures, die den MSCI World replizieren und in Fixed-Income-Futures auf deutsche Bundesobligationen mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Das bedeutet aber nicht, dass wir sie negativ beurteilen oder sogar gegen sie wetten.

Bei Aktien-Futures nutzen wir Short-Positionen, um die Sensibilität des Fonds auf Marktrisiken zu steuern. Wenn wir in gut aufgestellte Unternehmen investieren, setzen wir uns zum einen dem allgemeinen Marktrisiko (Beta) aus. Zudem erhalten wir höhere Renditen als der Marktdurchschnitt (Alpha). Letzteres schneidet in schwierigen Märkten oft am besten ab, hat also ein defensives Rendite-Profil.

Da wir das Risiko im Fonds gut ausbalancieren wollen, achten wir darauf, dass beide Komponenten den gleichen Beitrag zum Gesamtrisiko leisten. Aber sehr oft fallen die allgemeinen Marktschwankungen bei Investments in Qualitätsaktien stärker ins Gewicht als das Alpha. Um einen ähnlichen Risikobeitrag beider Positionen zu erhalten, passen wir deshalb das Beta nach unten an.