Asset-Klassen im Alleingang Muss jetzt mehr Gold ins Portfolio?

Edelmetalle laufen, wenn Aktien korrigieren ... Vorsicht! Eine kausale Beziehung zwischen Börsen und Gold gibt es allenfalls in Extremsituationen.

17.12.2015 - 17:2318.12.15 - 11:48
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Seit der jüngsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) präsentieren sich die europäischen Aktienmärkte wie schon im Spätsommer nervös. Sehr nervös.
Die jüngste Verunsicherung der Investoren sollte dabei, so die landläufige Meinung vieler Marktteilnehmer, zu einem steigenden Goldpreis führen – gilt das Metall doch etlichen Investoren als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten. Doch die aktuellen Szenarien lassen vielmehr andere Schlüsse zu.

Aktien und Gold über lange Strecken im Gleichschritt

Tatsächlich hat der Goldpreis am Tag nach der EZB-Entscheidung und dem Kursrutsch an den Börsen um immerhin gut 22 Dollar zugelegt – das ist ein Plus von gut 2 Prozent. Mittlerweile ist dieser Anstieg indes fast vollständig verpufft; trotz erhöhter Volatilität an den Aktienmärkten korrigiert auch der Goldpreis neuerlich.

Schon im August und September hatten Kurskapriolen nicht für einen nachhaltigen Aufschwung des Edelmetalls gesorgt. Die häufig unterstellte negative Korrelation – fallen die Aktienkurse, steigt der Goldpreis – gilt demnach nicht. Zumindest aktuell.

Zwar gab es immer wieder Zeiten, in denen es eine derart negative Beziehung gab. So etwa von 1987 bis 2000, als die Börsen boomten und sich der Preis für das Edelmetall von knapp 500 Dollar auf rund 250 Dollar halbierte. Auch seit 2011 gab es eine negative Korrelation von Aktien und Gold.

Über lange Strecken haben sich die beiden Anlagen aber gerade in den 2000er Jahren im Gleichschritt entwickelt. Dazu hat insbesondere die lockere Geldpolitik der Zentralbanken beigetragen, die mit ihrer reichlich zur Verfügung gestellten Liquidität zu einer deutlichen Erhöhung der Korrelationen einer großen Zahl von Asset-Klassen beigetragen hat.