Aufgeblähte Notenbanken-BilanzenSchuldenstand nicht als Gefahr für eine globale Rezession überbewerten

Die durch quantitative geldpolitische Maßnahmen aufgeblähten Bilanzen der Notenbanken stellen keine nennenswerte Gefahren für die Weltwirtschaft dar, analysiert Hans Bevers, Chef-Volkswirt bei Degroof Petercam. Risikoreicher sei das „Wachstum auf Pump“ der USA.

07.12.2018 - 12:07 Uhr07.12.18 12:07
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Weihnachtstanne für das Weiße Haus
Weihnachtstanne für das Weiße Haus: Trumps Maßnahmen zur fiskalischen Ankurbelung des US-Wachstum könnten die globale Konjunktur ernsthaft gefährden© Getty Images

In der Spätphase des globalen Konjunkturzyklus steigt für gewöhnlich die Sensibilität von Marktteilnehmern und Volkswirten für Risikofaktoren, die einen nächsten Abschwung der Weltwirtschaft einläuten könnten. Dazu gehören auch die hohe öffentliche Verschuldung vieler Staaten und die aufgeblähten Bilanzen der wichtigsten Notenbanken. Letztere haben im Rahmen ihrer quantitativen Lockerungsprogramme Staatsanleihen und im fortgeschrittenem Stadium der Maßnahmen auch Unternehmensanleihen in Billionenhöhe aufgekauft und indirekt damit zur Staatsfinanzierung beigetragen.

Hans Bevers, Chef-Volkswirt bei Degroof Petercam, sieht hierin jedoch keine substanziellen Gefahren für die Weltwirtschaft: „Das globale Finanzsystem, in dem auch Notenbanken zwangsläufig eine wichtige Rolle spielen, ist ständig verschiedensten Risiken ausgesetzt. Krisen gehören zum kapitalistischen System, in dem wir leben, als ganz natürlicher Bestandteil. Eines der Ziele des „Quantitative Easing“ der Zentralbanken war es, die Preise von Vermögenswerten nach oben zu treiben und gleichzeitig das Renditeniveau niedrig zu halten. Primäres Ziel dabei war, einen Wohlstandseffekt zu erzeugen. Sicherlich blähten sich dadurch die Bilanzen der Notenbanken in nie gekanntem Ausmaß auf. Da liegt es nahe, mit großen Zahlen zu argumentieren und die Notenbanken für die nächste Krise verantwortlich zu machen. Das wäre zu kurzsichtig.”