Ausblick No Exit after Brexit – nicht in die Panik verkaufen

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Nachdem kurz vor dem Referendum der Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union (EU) wahrscheinlicher als der Brexit erschien, war die Erschütterung der Finanzmärkte über die knappe Austrittsentscheidung extrem heftig. Dennoch rät Jan Sobotta von Swisscanto von panikartigen Verkäufen ab.

28.06.2016, aktualisiert 30.06.2016 - 10:1930.06.16 - 10:19
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 Jan Sobotta, Leiter Vertrieb Ausland bei Swisscanto Asset Management
Jan Sobotta, Leiter Vertrieb Ausland bei Swisscanto Asset Management

„Aus unserer Sicht sind hektische Verkäufe im derzeitigen Umfeld nicht angebracht, denn erfahrungsgemäß ist es wenig opportun, direkt nach einem nachhaltig großen Ereignis wie dem Brexit in die Marktturbulenzen hinein Verkäufe vorzunehmen. Zum Abbau von risikobehafteten Anlagen bietet sich vielmehr an, eine technische Gegenreaktion abzuwarten“, so Jan Sobotta, Leiter Sales Ausland, Swisscanto Asset Management International SA.

Swisscanto Invest, der Asset Manager der Zürcher Kantonalbank, erwartet in den kommenden Wochen, dass sich Aktien, Emerging-Markets-Anlagen, Rohstoffe und alle Anlagen mit schlechterer Bonität, zu denen auch die Staatspapiere der Peripheriestaaten zählen, eher negativ entwickeln werden.

Positive Vorzeichen für klassische Fluchtwährungen und liquide Märkte

Wesentlich besser sollten umgekehrt die klassischen Fluchtwährungen und liquide, erstklassige Märkte abschneiden – allen voran der US Treasury-Markt, wo die Renditen ebenso wie diejenigen von Schweizer Staatsanleihen (Eidgenossen) und deutschen Bundesanleihen weiter nachgeben werden. Innerhalb des Aktiensegments sollte sich der breite, defensive US-Markt wesentlich besser halten können als beispielsweise die Emerging Markets.

Anleihen: Umschichtung von Europa in die USA

Um Marktverwerfungen zu verhindern, werden die großen Notenbanken in den nächsten Tagen ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen. Die amerikanische Notenbank Fed wird mit Zinserhöhungen zuwarten und die Europäische Zentralbank (EZB) wird dafür sorgen, dass sich die Spreads der Peripherieländer nicht stark ausweiten.

Vor diesem Hintergrund belässt Swisscanto Invest die neutrale Anleihenquote in Euro aufrecht. Die Schweizer Nationalbank wird am Devisenmarkt intervenieren, um den Aufwertungsdruck beim Schweizer Franken abzufedern. Weitere Renditerückgänge bei den Eidgenossen sind die Folge.