Bald 60 statt 50 Aktien in M- und SDAX„Indexumschichtungen beeinflussen Märkte kaum“

Tech-Unternehmen schießen wie Pilze aus dem Boden. Die Deutsche Börse zieht deshalb in Betracht, die strenge Trennung der Indizes MDAX, SDAX und TecDAX aufzulösen. Doch welchen Einfluss hätte eine Indexerweiterung auf die Märkte?

02.03.2018 - 16:35 Uhr02.03.18 16:35
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Börse in Frankfurt
Börse in Frankfurt© Getty Images

Zum 30. Geburtstag des DAX am 1. Juli 1988 hat die Deutsche Börse ihren Marktpartnern vorgeschlagen, die Zusammensetzung ihrer Indizes zu ändern. Bis Ende März führt das Unternehmen noch eine Befragung zu den Auswahlindizes MDAX, SDAX und TecDAX durch. Ziel ist es zu evaluieren, ob die Methodologie der Auswahlindizes nach wie vor den Anforderungen des Marktes entspricht, oder ob bestimmte Anpassungen sinnvoll und notwendig sind.

„Bei den angedachten Änderungen geht es zum einen darum, die bisherige Trennung nach Sektorklassifizierung zwischen den Indizes MDAX und SDAX sowie dem TecDAX aufzuheben. So könnten Unternehmen, die als Tech-Unternehmen klassifiziert sind, gleichzeitig in den TecDAX sowie in den M-und SDAX aufgenommen werden“, erklärt Jan-Carl Plagge, Head of Research bei der Indexemittentin STOXX AG, einem Tochterunternehmen der Deutschen Börse AG. Zum anderen gehe es um die Frage, ob DAX-Unternehmen, die Tech-Sektoren zugeordnet werden, auch in den TecDAX aufgenommen werden sollten.

60 statt 50 Werte in M- und SDAX?

Sollten diese angedachten Änderungen umgesetzt werden, wäre dies auch eine Angleichung an internationale Standards und würde eine breitere Abdeckung des Marktes mit sich bringen. „Um dem größeren investierbaren Index-Universum inklusive Tech-Unternehmen Rechnung zu tragen, wird auch eine Erweiterung des MDAX und SDAX von derzeit 50 auf 60 Werte angedacht“, ergänzt Plagge. Der TexDAX soll auch künftig 30 Werte umschließen.

Dirk Schiereck folgert in einer aktuellen Publikation des DIRK – Deutscher Investor Relations Verbands: „Da künftig auch DAX-Werte wie SAP und Infineon in den neu strukturierten TecDAX einbezogen werden, wird die Neuordnung wohl zu insgesamt weniger Indexunternehmen in Deutschland führen.“