Überhitzter Immobilienmarkt Berlin liebäugelt mit Einschränkungen beim Immobilienerwerb

Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), lässt Maßnahmen prüfen, inwieweit sich die Wohnungsnot in Deutschlands Hauptstadt lindern lässt: Denkbar seien Kaufbeschränkungen für ausländische Immobilienerwerber nach dem Beispiel Neuseelands.

27.08.2018 - 15:5127.08.18 - 16:13
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Polens Premierminister Andrzej Duda (l.) und Neuseelands Premier Jacinda Ardern bei einer Pressekonferenz am 22. August in Auckland: Nach Neuseeland will auch Berlin eine erprobte Immobilienregelung von Polen übernehmen
Polens Premierminister Andrzej Duda (l.) und Neuseelands Premier Jacinda Ardern bei einer Pressekonferenz am 22. August in Auckland: Nach Neuseeland will auch Berlin eine erprobte Immobilienregelung von Polen übernehmen© Getty Images

Vor gut zehn Tagen dürfte Berlins oberster Bürgermeister mit besonderem Interesse im Berliner „Tagesspiegel“ geblättert haben: Die Zeitung gab bekannt, dass in Neuseeland ausländischen Käufern ab sofort der Kauf bestimmter Immobilien untersagt bleibt. Nach einigen Tagen Bedenkzeit liegt jetzt aus Berlin eine überraschende Aussage vor: „Wir überlegen das auch“, wendete sich Müller an die Öffentlichkeit. „Der Finanzsenator erarbeitet gerade Vorschläge, wie man Spekulation mit Wohnraum verhindern kann.“

Neuseeland macht zu

Ausländern ist es in Neuseeland ab sofort nur noch stark eingeschränkt möglich, Immobilien zu kaufen. Die neuseeländische Regierung hat den Verkauf reglementiert, nachdem immer mehr Investoren den Inselstaat im Pazifik mit seinen fünf Millionen Einwohnern für sich entdeckt hatten. Vor allem Income-Fonds schätzen seit langem die stabile Wirtschaft mit hohen Wachstumsraten.  

Der Hintergrund des Runs auf neuseeländische Immobilien und andere Assets: Aufgrund des dynamischen Wachstums sind die Einkommen in den vergangenen Jahrzehnten nahezu kontinuierlich gestiegen. Fiskalpolitische Anreize heizen den Konsum an und der technologische Fortschritt hat die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Dennoch liegt die staatliche Gesamtverschuldung nur bei 38 Prozent. Interessant ist auch der Blick auf die Höhe der Dividendenrendite: In Neuseeland liegt die 12-Monatserwartung der Netto-Dividendenrendite bei 4,4 Prozent, für Australien bei 4,1 Prozent. Zum Vergleich: Mit dem Dax erzielen Anleger 2,4 Prozent.