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Joachim Wenning, seit April 2017 CEO der Münchner Rück: Auch die Aktien von Versicherern dürften von den Impulsen des Anleihemarkts besonders stark profitieren

Überraschende Aktien-Rotation in Europa Banken und Zykliker stark gesucht

Der Renditeanstieg am europäischen Anleihenmarkt schiebt Aktiensektoren an, die zuletzt Ende 2016 im Zuge der Trump-Rally gefragt waren.

18.07.2017 - 10:45 Uhr | Von:  in Märkte

Genau wie in der Zeit direkt nach den US-Wahlen schichten Anleger in Aktien um, die von einem anziehenden Wirtschaftswachstum und steigenden Fremdkapitalkosten am stärksten profitieren dürften. Auslöser sind dieses Mal aber die steigenden Renditen der europäischen Staatsanleihen. Banken und Minenwerte führen die Rally an, während Titel aus dem Gesundheits- und Telekommunikationssektor hinterherhinken, weil ihre Dividendenausschüttungen weniger attraktiv werden, beobachtet Bloomberg.

Nach dem Wahlsieg von Donald Trump hatte der Reflation-Trade eine abrupte Rotation von defensiven in zyklische Werte ausgelöst. Bis Mitte 2017 flaute der Trend wieder ab, als der Präsident zunehmend von politischen Skandalen erfasst wurde. Derzeit erfreut sich die Positionierung in zyklischen Werten wieder größerer Beliebtheit, während die Rendite der deutschen Benchmark-Anleihe in der Nähe eines 18-Monats-Hochs liegt.

Banken, Versicherer und Aktien mit Bezug zu Rohstoffen werden von dem Impuls des Anleihemarkts besonders stark profitieren, zitiert Bloomberg Strategen von Société Générale SA. Ihre Positionen haben auch NN Investment Partners und Carmignac Gestion aufgestockt.

„Zyklische Aktien laufen darauf zu, an Wachstumswerten ihre Vergeltung zu üben“, formuliert Frederic Leroux, Vermögensverwalter von Carmignac Gestion in Paris, gegenüber Bloomberg martialisch.

Run auf Bergbau und Banken

So bauten Minenunternehmen im Stoxx Europe 600 Index ihre Gewinnserie am Montag, 17. Juli, den sechsten Handelstag in Folge aus, gestützt von besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus China. Die Branche weist im bisherigen Monatsverlauf eine der besten Entwicklungen aus, ebenso wie Banken.

Die Geldinstitute profitieren von der Aussicht, dass ihre Kreditgeschäfte profitabler werden. Da sie die größte Branchengruppe im Stoxx 600 stellen, ist das für den breiten Markt eine gute Nachricht.

Das neue Interesse zeigt sich auch in den Zuflüssen in einen 953 Millionen US-Dollar schweren börsengehandelten ETF auf europäische Banken. Innerhalb einer Woche hat er so viel Kapital angeogzen wie seit einem Jahr nicht mehr. Anleger beeilten sich in zehn aufeinanderfolgenden Tagen bis Donnerstag vergangener Woche kontinuierlich Gelder in den ETF zu stecken, dokumentieren Bloomberg-Daten. Dieser Trend zeigt sich auch global: Nach Angaben der Bank of America Corp. erleben die Finanzwerte in der Erwartung steigender Zinsen den stärksten Kapitalzustrom seit der globalen Finanzkrise.