Bezahlung von FinanzanalysenMiFID II und US-Regeln widersprechen sich

Mit Inkrafttreten der EU-Richtlinie MiFID II wird es für US-Banken fast unmöglich, Finanzanalysen nach Europa zu verkaufen. Die Gründe erfahren Sie hier.

29.05.2017 - 09:39 Uhr29.05.17 09:39
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Wall Street: Werden US-Banken ihre Analysen weiter an europäische Vermögensverwalter verkaufen können?
Wall Street: Werden US-Banken ihre Analysen weiter an europäische Vermögensverwalter verkaufen können?© Pixabay

Wall-Street-Banken werden ab dem 3. Januar 2018 möglicherweise nicht mehr dazu in der Lage sein, ihre Analysen an europäische Vermögensverwalter zu verkaufen. Grund: ein aufsichtsrechtlicher Konflikt zwischen den beiden Regionen dürfte wohl nicht vor Fristende im Januar gelöst werden.

Die neue Richtlinie der Europäischen Union (EU) „MiFID II“ sagt aus, dass Banken ihre Analysen separat von Broker-Diensten in Rechnung stellen müssen. Doch genau das steht im Gegensatz zu dem, was in den USA gilt. Dort ist ein solcher Ansatz verboten, es sei denn, eine Bank lässt sich als Investment-Berater registrieren. Das ist aber etwas, was amerikanische Banken vermeiden wollen, da es eine Art Fürsorgepflicht gegenüber Kunden schafft und sie im Handel einschränkt.

Auf Banken kommen hohe Kosten zu

„Das Einhalten der Anforderungen aus einer Fürsorgepflicht führt zu operativen und Kosten-Problemen“, sagt William Yonge, Partner bei der Anwaltskanzlei Morgan Lewis in London. „Das ist eine unverhältnismäßige Lösung um Geld von EU-Managern anzunehmen, die unter MiFID II kaum Analysen von ihren Broker-Dealern bekommen werden.“

Ab dem kommenden Jahr müssen EU-Investmentmanager ihre Kosten für Analysen entweder aus ihren eigenen Gewinn-und-Verlust-Konten oder aber mittels Analyse-Bezahl-Konten (RPA) begleichen, die an Handelskommissionen angebunden sind. Doch beide Optionen scheinen gegen US-Gesetze zu verstoßen, wie Rechtsexperten auf Nachfrage von Bloomberg erklärten.