Biotech- und Pharmawerte nach Trump-Kritik „Die Tweets werden nicht aufhören“

Schon während der Pressekonferenz von Donald Trump am Mittwochabend trennten sich Investoren von Gesundheitstiteln: Der künftige US-Regierungschef hatte die Pharmabranche heftig attackiert. Doch alles halb so wild, wie Stichproben bei Marktteilnehmern zeigen.

13.01.2017 - 12:4113.01.17 - 15:19
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Hellsichtige Marktbeobachter waren nicht verwundert: Die Auslassungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump auf seiner ersten großen Pressekonferenz seit der Wahl blieben weit unter den Erwartungen. Beobachter kritisierten, dass Trump in drei Minuten sechs wichtige Themen angesprochen habe, doch keinerlei stichhaltige Auskünfte zu seiner Politik ab dem 20. Januar gab.

Zu seinem von ihm nach der Wahl angekündigten Konjunkturprogramm äußerte sich Trump gar nicht. Stattdessen standen politische Fragen im Mittelpunkt – Russland, Mexiko und die Arbeit der Geheimdienste. Im Verlauf der Rede reagierten die Börsen volatil. Nach Trumps Kritik an der Pharmabranche geriet dieser Sektor allerdings massiv unter Beschuss.

Biotech- und Pharmawerte zunächst schwächer

Biotech-Aktien und Pharmawerte steckten kräftig zurück, nachdem Trump vehement mehr Preiswettbewerb in der Branche gefordert hatte. „Wir werden mit der Zeit Milliarden Dollar einsparen“, machte Trump deutlich. Der künftige US-Präsident warf den Unternehmen vor, bei ihren Preisforderungen im Rahmen der staatlichen Gesundheitsdienstleistungen „über Leichen zu gehen“. Dies werde seine Administration zu ändern wissen. Zudem kritisierte er, dass viele Pharmafirmen im Ausland produzieren. Der Dow Jones U.S. Pharmaceuticals & Biotechnology Index schmolz nach den Äußerungen prompt von 673 Punkten auf 653 Punkte ab. Einzelwerte wie Alexion Pharmaceuticals Inc verbilligten sich um 4,9 Prozent, AbbVie Inc verlor 4,6 Prozent.

Im Dow verloren Schwergewichte wie Pfizer 1,8 Prozent und Johnson & Johnson 1,3 Prozent. Auch die Papiere von Merck kamen von ihrem Tageshoch bei plus 5 Prozent deutlich zurück. Die Aktie war noch am Nachmittag gestiegen, nachdem die US-Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelzulassungsbehörde FDA den Antrag des Konzerns auf die beschleunigte Prüfung eines Präparats in einer Kombination mit einer Chemotherapie zugesichert hatte.

Stärker als Pharmawerte wurden Biotech-Papiere von der offiziellen Medienvertreter-Ansprache von Trump kalt erwischt: Endo International rutschte um 8,5 Prozent ab und Perrigo fiel um 6,9 Prozent.