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Einkaufsstraße in Peking: Hohe Immobilienpreise sind wichtigste Ursache der wachsenden Ungleichheit in China

ANZEIGE Blasengefahr „Am chinesischen Immobilienmarkt Vorsicht walten lassen“

In China erreicht das Immobilienfieber ungeahnte Ausmaße, die Regierung in Peking geht scharf gegen Spekulanten vor. Experten des schottischen Vermögensverwalters Kames Capital raten Investoren, vorsichtig zu sein.

06.11.2017 - 15:03 Uhr | Von:  in Kames Capital

Vor einigen Jahren löste die hohe Liquiditätsversorgung von Investoren eine Rally am chinesischen Immobilienmarkt aus, die Preise stiegen rasant. Immobilienunternehmen nutzten die Gunst der Stunde, um ihre Marktstellung durch den Ausbau von Landreserven und die Ankurbelung des Verkaufs zu festigen.

Daraufhin begannen die Lokalregierungen mit der Implementierung verschiedener Maßnahmen, um die Häuserpreise wie von der Zentralregierung gewünscht unter Kontrolle zu bringen.

Politische Maßnahmen zeigen Wirkung

Dieser Prozess ist noch nicht beendet. Bei der Rede des chinesischen Regierungschefs Xi Jinping auf dem 19. Nationalen Volkskongress vergangenen Oktober wurde klar, dass die Lokalregierungen in China bis auf Weiteres an ihren Maßnahmen zur Eindämmung von Spekulationen am Immobilienmarkt festhalten. Erste Auswirkungen auf die Wohnungsverkäufe sind bereits spürbar, wie die nachfolgende Grafik anhand der Preisveränderungen illustriert.

Monatliche Preisveränderung in Prozen bei neuen Privatimmobilien in China (linke Skala); Immobilienverkäufe (rechte Skala):

Investoren fragen sich angesichts der Preisabkühlung am Immobilienmarkt: „Wird es eine weiche Landung für Branchenunternehmen geben?“ Unsere Antwort dürfte beruhigend sein: Der chinesischen Regierung ist sehr wohl bewusst, dass das Niveau der Wohnungspreise für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes entscheidend ist. Eine Bruchlandung für Investoren ist daher unwahrscheinlich.

Eines sollten Anleger jedoch bedenken: Chinas Staatspräsident Xi Jinping ist überzeugt, dass hohe Immobilienpreise die größte Ursache der wachsenden Ungleichheit in China sind, und zwar nicht nur zwischen verschiedenen Einkommensstufen, sondern auch zwischen Generationen. Seine Schlüsselbotschaft auf dem 19. Nationalen Volkskongresses lautete: Einkommensgleichheit muss gefördert und Entwicklungsunterschiede zwischen verschiedenen Landesregionen müssen reduziert werden. Zudem bekräftigte er: „Wohnungen sind zum Wohnen da und nicht zum Spekulieren.“