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Microsoft-Filiale in New York

Verstoß gegen Nachhaltigkeitskriterien BMO schmeißt Microsoft aus dem Portfolio

Das Portfoliomanagement des BMO Responsible Global Equity Fund hat alle Beteiligungen an Microsoft abgestoßen. Was ist der Grund für diese drastische Maßnahme?

19.05.2021 - 13:30 Uhr | in Fonds

Das US-Verteidigungsministerium hat einen Vertrag im Volumen von bis zu 21,9 Milliarden US-Dollar für die Bereitstellung von Technik und Cloud-Dienstleistungen mit Microsoft abgeschlossen. Ein Bestandteil: 120.000 IVAS-Brillen.

IVAS steht für Integrated Visual Augmentation System und beschreibt eine speziell für das US-Militär entwickelte Augmented-Reality-Technologie basierend auf der zivilen HoloLens, die Microsoft auf seiner Website so bewirbt: „Verbessern Sie die Zusammenarbeit – mit HoloLens 2, einem kabellosen Mixed Reality-Gerät mit Apps und Lösungen, die die Zusammenarbeit fördern. Unterstützen Sie Ihr Unternehmen dabei, produktiver zu sein und Innovationen gezielter zu entwickeln.“

Die militärische Version der Technologie werde zur Sicherheit und Effektivität der Soldaten beitragen, wie es im offiziellen Microsoft Blog heißt. Sie ermögliche eine bessere Entscheidungsfindung in vielen unterschiedlichen Situationen.

Proteste bereits 2019

Der Vertrag folgt auf einem Deal aus dem Jahre 2018: Damals erhielt Microsoft 480 Millionen US-Dollar, um Prototypen fürs US-Militär zu entwickeln. Das führte selbst innerhalb der Belegschaft zu Protesten: Im Vorfeld der Vorstellung der HoloLense 2 auf dem Mobile World Kongress in Barcelona wandten sich im Februar 2019 knapp 100 Mitarbeiter in einem offenen Brief an die Unternehmensführung um den Vorstandsvorsitzenden Satya Nadella. IVAS helfe beim Töten und verwandele den Krieg in ein Videospiel. Man arbeite nicht bei Microsoft, um Waffen zu entwickeln. 

Von dem neuen Vertrag dürften daher ebenfalls einige Mitarbeiter wenig begeistert sein – und auch nachhaltig orientierte Investoren könnten ins Grübeln kommen. Jamie Jenkins, Portfoliomanager bei BMO Asset Management, hat bereits Konsequenzen gezogen und die Position Microsoft aus seinem BMO Responsible Global Equity Fund (ISIN: LU1890813915) gestrichen: „Wir haben uns von unserer Beteiligung an Microsoft getrennt, da der jüngste Gewinn des Unternehmens an einem US-Verteidigungsauftrag für maßgeschneiderte Hard- und Software für den Einsatz auf dem Schlachtfeld einen klaren Verstoß gegen unsere Kriterien für nachhaltige Fonds darstellte.“ Ende März 2021 war das Unternehmen aus Redmond bei Seattle mit einer Gewichtung von 5,6 Prozent noch die Top-Position im Fonds.