BNY Mellon IM zur E-Mobilität Der Batterie-Markt wird auch in Zukunft hart umkämpft

Mit der angekündigten Super-Batterie von Tesla steht der Gründer Elon Musk erneut im Rampenlicht. Entscheidet das Projekt den Wettlauf um die Batterie-Technologie? „So spannend einzelne Entwicklungen auch sein mögen – wir bleiben bei Trendthemen eher vorsichtig“, sagt Thilo Wolf, Deutschland-Chef von BNY Mellon IM.

11.08.2020, aktualisiert 18.08.2020 - 09:4518.08.20 - 09:45
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Tesla-Guru Elon Musk
Tesla-Chef Elon Musk: Der Autobauer entwickelt aktuell eine Batterie, die erst nach mehr als einer Million Kilometer ausgetauscht werden muss© imago images / ZUMA Wire

Nicht alle neu entwickelten Batterien sind kosteneffektiv. Selbst eine sehr vielversprechende neue Technologie ist nicht lebensfähig, wenn sie nicht leicht in Massenproduktion hergestellt werden kann.

Wir beobachten sogar, dass Unternehmen weiterhin ältere Batterie-Technologien bevorzugen, die niedrigere Kosten pro Kilowattstunde verursachen. Daher erwarten wir von den bestehenden Batterietypen eher schrittweise Verbesserungen bei Kosten und Reichweite statt revolutionärer neuer Ankündigungen, die unter Umständen erst in zehn Jahren oder länger realisiert werden.

Heute gibt es drei Haupttypen von Batterien: Lithium-Eisen-Phosphat (LFP), Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) sowie Nickel-Kobalt und Aluminium (NCA). Die Industrie konzentriert sich auf die Verbesserung der Energiedichte, Effizienz und Lebensdauer von Batterien für Elektrofahrzeuge (EV-Batterie). So versuchen etwa Unternehmen, die NMC-Batterien verwenden, Kobalt aus der Batterienherstellung zu streichen und zu einem höheren Nickelgehalt überzugehen. Rund die Hälfte des weltweiten Kobalt-Angebots stammt aus dem Kongo, was eine Reihe von ökologischen und sozialen Fragen aufwirft.

Derzeit kosten Batterien für Elektrofahrzeuge etwa 125 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Die Schwelle, ab der sie mit traditionellen Verbrennungsfahrzeugen konkurrenzfähig sein werden, liegt bei 85 Euro pro kWh. Im Durchschnitt sinken die Batteriepreise um knapp zehn Prozent pro Jahr. Deshalb erwarten wir, dass EV-Batterien ohne Subventionen bis zum Jahr 2023-2025 wettbewerbsfähig werden. Danach könnten sie sogar günstiger als Verbrennungsmotoren werden, weil die Technologie immer weiter verbessert wird.

Investmentchancen – the winner takes it all?

Die Elektrifizierung von Fahrzeugen steht noch am Anfang. Die Marktdurchdringung in Europa für Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie Batterien liegt zwischen fünf und zehn Prozent. Strengere Vorschriften werden das bislang schwache Wachstum vorantreiben:

Die Europäer setzen einen ambitionierten Plan zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes um, der trotz der Covid-19-Krise energisch verfolgt wird. China treibt die Entwicklung rapide voran, doch Korea hat ebenfalls  einen ehrgeizigen Elektrifizierungsplan vorgelegt. Neben China und Korea hat der US-Bundesstaat Kalifornien hat einen Plan zur Reduzierung der Emissionen von Nutzfahrzeugen vorgestellt.

Es gibt eine Handvoll führender Unternehmen auf dem Markt für EV-Batterien. Deshalb wird es unserer Einschätzung nach nicht zu einem „Alles-oder-nichts“-Szenario im Wettbewerb kommen. Die Entwicklung und Produktion von EV-Batterien erfordert den Einsatz von viel Kapital, was den Eintritt von neuen Marktteilnehmer einschränkt und gleichzeitig mehrere namhafte und hervorragend kapitalisierte Unternehmen begünstigt, die in diesem Segment konkurrieren. Hier erwarten wir also nicht einen Gewinner, sondern mehrere große Akteure mit hohen Wachstumschancen.