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Montage einer Windkraftanlage in Bayern

BNY Mellon IM zu erneuerbaren Energiequellen Fossile Brennstoffe teurer als Sonnen- oder Windenergie

Die globale Nachfrage nach Kohle sinkt. Daher suchen immer mehr Stromerzeuger nach sauberen Alternativen. Doch Covid-19 wirkt sich negativ auf den Bau und die Inbetriebnahme erneuerbarer Projekte aus. Langfristig wird die Branche jedoch gewinnen, sagt Paul Flood, Fondsmanager bei Newton IM.

31.08.2020 - 09:44 Uhr | in Nachhaltigkeit

Schätzungen der Internationalen Energie-Agentur (IEA) zufolge hat sich die Stromnachfrage während des Höhepunkts der Covid-19-Krise in den Ländern mit massiven Lockdowns um 20 Prozent oder mehr reduziert. Im Mai prognostizierte die IEA für 2020 einen Rückgang der weltweiten Stromnachfrage um etwa 5 Prozent, den größten Rückgang seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. Dabei seien die erneuerbaren Energien die Stromquelle gewesen, die sich am widerstandsfähigsten gegen die Covid19-Sperrmaßnahmen gezeigt hat.

So sieht die Zukunft für die Kohleverstromung in Industrieländern immer düsterer aus. Zusätzlich zu den Umweltkosten, die mit der Kohleverbrennung verbunden sind, ist der fossile Brennstoff heute inzwischen oft teurer als Sonnen- oder Windenergie. Da sich Kohlekraftwerke zudem nur schwer ein- und ausschalten lassen, kann es ihnen an Flexibilität mangeln.

Viele europäische Länder wollen die Kohleverstromung beenden. Deutschland, dessen Netz stärker von Kohle abhängig ist als das vieler anderer, beabsichtigt, die Kohlenutzung bis spätestens 2038 auslaufen zu lassen. Auch die Reform des Emissionshandelssystems der Europäischen Union, die darauf abzielt, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu senken, stellt die kohlenstoffintensive Kohleverstromung in Europa in Frage.

Stabile Dividenden, bessere Zukunft

Die jüngste Pandemie in Verbindung mit dem langsamen Aussterben der Kohle könnte eine unerwartete Belohnung für nachhaltige Energieerzeuger und ihre Investoren darstellen. Während sich die Covid-19-Sperren voraussichtlich unmittelbar negativ auf die Inbetriebnahme und den Bau einiger Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien auswirken werden, gaben die Investoren in der ersten Hälfte 2020 weltweit grünes Licht für Offshore-Windprojekte in Höhe von 35 Milliarden US-Dollar. Das ist mehr als eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr. Die langfristige Prognose für andere erneuerbare Energien erscheint ebenfalls positiv.

Rund fünf Millionen Arbeitsplätze sind bereits mit der Solar- und Windindustrie verbunden. Die sinkenden Kosten für neue Wind- und Solarprojekte in den letzten zehn Jahren haben auch die Kapitalinvestitionen weitaus produktiver gemacht - all dies sind schlechte Nachrichten für Kohle und andere Produzenten fossiler Brennstoffe.

Erneuerbare Energien sind zwar nach wie vor eine variable Stromquelle, die weitgehend vom Wetter abhängig ist. Dennoch sind wir der Meinung, dass die Bemühungen um Energieeffizienz, der Einsatz intelligenter Technologien bei der Verbrauchsmessung und in anderen Bereichen des Netzes allesamt gute Aussichten für Betreiber erneuerbarer Energien und Investoren bieten. In den letzten 15-20 Jahren haben wir die Energieeffizienz in den Häusern kontinuierlich erhöht, beispielsweise durch bessere Isolierung, LED-Beleuchtung, intelligente Stromzähler und Verbesserungen des allgemeinen Netzsystems. Mit der zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien erwarten wir auch die Entwicklung anspruchsvollerer Batterietechnologien. Dies sollte eine flexiblere Energiespeicherung ermöglichen.

Erneuerbare Energien, von denen viele von staatlichen Subventionen profitieren, können Investoren außerdem wichtige Diversifizierungsvorteile bieten. Darüber hinaus hat die Corona-Krise zwar zu zahlreichen Dividendenkürzungen auf den Aktienmärkten geführt, doch haben die Unternehmen im erneuerbaren Energiesektor weiterhin stabile Dividenden gezahlt. Dies kann dazu beitragen, die Renditen auf längere Sicht zu steigern.