Auto-Aktien Börsengang: Wird Porsche das neue Ferrari?

Volkswagen bereitet den Börsengang seiner Stuttgarter Sportwagentochter Porsche AG vor. Der IPO könnte einer der größten der Welt werden. Was das für Aktionär:innen bedeutet, erklärt Jürgen Pieper, Auto-Analyst bei Metzler Capital Markets.

03.03.2022 - 11:1603.03.22 - 11:40
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Porsche-Museum in Stuttgart
Porsche-Museum in Stuttgart: Wird der Börsengang der Sportwagentochter des VW-Konzerns einer der größten der Welt? © Imago Images / Arnulf Hettrich

Schon länger wurde spekuliert, ob und wann der Volkswagen-Konzern seine Sportwagentochter Porsche an die Börse bringt. Nun wird es ernst: Man befinde sich bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem VW-Haupteigner Porsche SE – der Stuttgarter Holdinggesellschaft, in der die Familie Porsche-Piëch ihre Anteile am VW-Konzern gebündelt hat. Die Familie ist mit einem Anteil von 53,3 Prozent an den Stammaktien und 31,4 Prozent am gezeichneten Kapital der Volkswagen Aktiengesellschaft der größte Einzelaktionär des Wolfsburger Konzerns. Einen großen Einfluss hat auch das Land Niedersachsen, dem 11,8 Prozent der Aktien und 20 Prozent der Stimmrechte gehören.

Die Volkswagen AG und die Porsche-Holding hätten bereits eine Eckpunktevereinbarung verhandelt, die die Basis für die weiteren Schritte zur Vorbereitung eines Börsengangs bilden soll, heißt es. Wann genau der Börsengang stattfinden soll, ist noch unklar.

Einer der größten Börsengänge der Welt?

Neben Audi gilt Porsche als größter Gewinnbringer des VW-Konzerns. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller erreichte zum Ende des dritten Quartals 2021 eine Umsatzrendite von 15,5 Prozent und bleibt damit einer der profitabelsten Automobilhersteller der Welt. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um 19,1 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro (2020: 19,4 Milliarden Euro), teilte die Porsche AG im vergangenen Oktober mit. Sollte der Börsengang tatsächlich über die Bühne gehen, wäre es einer der größten weltweit.

Im Raum stehen Bewertungen zwischen 60 und 80 Milliarden Euro. Einige Analyst:innen rechnen sogar mit einer Bewertung von bis zu 100 Milliarden Euro. Damit würde die Porsche AG fast auf den Wert des Wolfsburger Mutterkonzerns kommen, der aktuell bei 114 Milliarden Euro liegt.

Jürgen Pieper, Metzler Capital Markets

„Porsche, das Geschäft, nicht die Holding, war aufgrund seiner großen und stetigen Erfolge bis zur Übernahme immer ein Börsenliebling und wird es auch sehr wahrscheinlich wieder werden. Von der vermutlich sehr hohen Bewertung von Porsche wird dann auch die VW-Aktie profitieren“, sagt Jürgen Pieper, Auto-Analyst bei Metzler Capital Markets. „VW wird aller Voraussicht nach deutlich an Wert zulegen, weil das Porsche Geschäft bisher ein wenig untergegangen ist.“

Doch auch wenn es weniger werden sollte, werden VW erhebliche Mittel zufließen. Und auch die Familie Porsche-Piëch profitiert. „Ich denke, die Familie strebt nach mehr Kontrolle über das eigentliche Porsche-Geschäft, an dem sie derzeit nur indirekt die Mehrheit hält. Außerdem lockt der wahrscheinliche Vermögenszuwachs“, erklärt Pieper.

Ferrari als Richtwert?

Als Vorbild für Porsche betrachten viele Marktteilnehmer:innen den italienischen Autobauer Ferrari. Dieser war 2015 und 2016 von Fiat Chrysler in zwei Schritten an die Börse gebracht worden: Zuerst in New York und dann in Mailand. Seitdem kann der Sportwagenhersteller auf eine erfolgreiche Zeit am Kapitalmarkt zurückblicken.

Die Ferrari-Aktie startete im Oktober 2015 bei 50 Euro und vervierfachte sich bis heute auf rund 190 Euro. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung Ferraris bei etwas mehr als 36 Milliarden Euro. „Ferrari ist super luxury, noch exklusiver als Porsche, aber eine ähnliche Entwicklung sehe ich auch bei Porsche.“

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Quelle Fondsdaten: FWW 2022

Hinweis: Es handelt sich hierbei um keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Die Geldanlage am Kapitalmarkt ist mit Risiken verbunden. Aus Wertentwicklungen in der Vergangenheit lässt sich nicht auf künftige Wertentwicklungen schließen.