Global Wealth Report Deutsche Vermögen wachsen langsamer

Das private Finanzvermögen in Deutschland wächst langsamer: Mit einer Rate von 3,7 Prozent lag der Zugewinn 2016 unter dem Vorjahresniveau von 4,2 Prozent. Das weltweite Finanzvermögen hingegen erlebte 2016 mit 5,3 Prozent einen deutlich kräftigeren Wachstumsschub.

14.06.2017 - 17:3114.06.17 - 18:16
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Die Bundesbürger sind nach wie vor starke Sparer. Mehr als 40 Prozent ihres Finanzvermögens sind Spareinlagen und Bargeld. Nur eine Minderheit legt ihr Geld in Aktien an
Die Bundesbürger sind nach wie vor starke Sparer. Mehr als 40 Prozent ihres Finanzvermögens sind Spareinlagen und Bargeld. Nur eine Minderheit legt ihr Geld in Aktien an© Getty Images

Das zeigt der diesjährige Report „Global Wealth 2017: Transforming the Client Experience“ der Boston Consulting Group (BCG). Die Studie legt seit 17 Jahren dar, wie sich die Vermögen von Privatanlegern entwickeln, sowohl auf globaler als auch auf Länderebene. Berücksichtigt werden die Vermögenswerte in Bargeld, Aktien, Wertpapieren und Fonds.

„Die Deutschen sind nach wie vor starke Sparer. Die Studie zeigt, dass mehr als 40 Prozent ihres Finanzvermögens Spareinlagen und Bargeld sind. Nur eine Minderheit legt ihr Geld etwa in Aktien an. Das sorgt zwar für größere Stabilität, führt aber auch dazu, dass sich Privatvermögen in Deutschland langsamer entwickeln“, sagt Daniel Kessler, Partner und Experte für Finanzmanagement bei BCG. Das Gesamtvermögen der Deutschen betrug 2016 6,3 Billionen US-Dollar.

Globales Vermögenswachstum nimmt Fahrt auf

Anders als in Deutschland hat das Vermögenswachstum weltweit wieder angezogen: Die globalen Vermögenswerte beliefen sich 2016 auf 166,5 Billionen US-Dollar, was einem Anstieg von 5,3 Prozent entspricht. 2015 betrug der Zuwachs noch 4,4 Prozent. Ursachen für das stärkere Wachstum sind das beschleunigte globale Wirtschaftswachstum und die gute Entwicklung der Aktienmärkte.

Asien-Pazifik-Region zieht 2017 an Westeuropa vorbei

Asien ist mit Blick auf Privatvermögen nach wie vor die wachstumsstärkste Region. Laut Studie verbuchte sie 2016 einen Vermögensanstieg von 9,5 Prozent auf 38,4 Billionen US-Dollar. Aufgrund des geringeren Wirtschaftswachstums in China hat sich die Dynamik gegenüber 2015 (12,3 Prozent) jedoch verlangsamt. Die Zuwachsraten in Westeuropa entwickelten sich 2016 mit 3,2 Prozent auf 40,5 Billionen US-Dollar moderat: 2015 waren es 2,4 Prozent.

„In Westeuropa bremste unter anderem die Brexit-Unsicherheit die Dynamik. Die Asien-Pazifik-Region ist trotz leicht abgeschwächtem Zuwachs weiter auf der Überholspur und wird voraussichtlich noch in diesem Jahr an Westeuropa vorbeiziehen. Zusammen mit Japan könnte sie bereits 2019 Nordamerika als vermögensstärkste Region ablösen“, prognostiziert Kessler.