Brexit So reagiert die Fondsbranche

Der Super-GAU ist eingetreten, Großbritannien wird die Europäische Union verlassen. Wie Experten aus dem Fondsgeschäft die Lage einschätzen, und was sie Anlegern in dieser turbulenten Zeit raten, haben wir für Sie zusammengetragen

24.06.2016 - 15:0124.06.16 - 17:05
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in  Fonds
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Zu sagen, das Votum der Briten gegen einen Verbleib in der Europäischen Union (EU) habe die Märkte überrascht, ist eine Untertreibung. Dementsprechend reagieren auch die Experten der Fondsbranche sehr unterschiedlich. Einig sind sie sich jedoch in einem Punkt: Der Brexit hat auf politischer Ebene eine weltweite Tragweite sondergleichen.

„Das ist nach dem Fall des Eisernen Vorhangs vor fast dreißig Jahren ein politisches Beben gleicher Größenordnung. Politisch beginnt damit sowohl für die Europäische Union wie für Großbritannien ein neues Kapitel ihrer Geschichte, von dem niemand weiß, wo es den europäischen Kontinent hinführen wird.“

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank

„Wer glaubt, dass der Brexit ein britisches Problem ist, missversteht die weltweiten Auswirkungen dieses Schritts. Man denke allein, was Griechenland ausgelöst hat - und Griechenland ist sehr viel kleiner als Großbritannien und kein Finanzzentrum.“

Arif Hussain, Portfoliomanager bei T. Rowe Price

„Das Folgerisiko für weitere Staaten ist nun ein wichtiger Faktor und wir müssen über potenzielle Auswirkungen nachdenken: zum Beispiel, dass andere Länder auch über ihre EU-Mitgliedschaft abstimmen. Wenn dies zu einer Auseinanderentwicklung der EU führt, dürfte die wirtschaftliche Aktivität kurzfristig erheblich darunter leiden. Langfristig dürften es die Länder meistern und wieder miteinander handeln. Allerdings könnte es bis zu drei Jahren dauern. In der Zwischenzeit dürften die Konjunktur und das Wirtschaftswachstum in den europäischen Ländern die Auswirkung spüren.“

Mark Bogar, European Smaller Companies Manager bei The Boston Company Asset Management