Briten-Referendum „Wetten, wir bleiben drin?!“

Die Vorliebe im Königreich für Wetten aller Art ist bekannt. Britische Buchmacher gelten daher zunehmend als zuverlässige Prognose-Institute. Dennoch bleibt die Frage, wer sich diesmal verzockt

17.06.2016 - 15:2817.06.16 - 16:35
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Auf das richtige Pferd zu setzen übt seit jeher einen immensen Reiz auf große Teile der britischen Bevölkerung aus. Selbst wenn es sich später als das falsche herausstellen sollte.

Ihr früh entwickeltes Faible für Pferdewetten soll sogar eine der Ursachen für die Entwicklung der alten Börsenregel „Sell in May And Go Away“ sein: Der Legende nach ist nicht die schlechte Wertentwicklung von Aktien im Frühsommer Ursprung der Börsenregel, sondern der Termin für den ersten der drei Klassiker unter den britischen Pferderennen. Die „2000 Guineas Stakes“ finden seit gut 200 Jahren zwischen Ende April und Anfang Mai statt und sollen die Aktionäre jedenfalls früher vom Parkett auf die Rennbahn Newmarket gelockt haben.

Als Beleg dient der zweite Teil der Weisheit, hierzulande unzureichend mit „Always Remember to Come Back in September“ wiedergegeben. Präziser heißt es auf der Insel: “Come back on St. Leger Day.“ St. Leger Day, der letzte Renntag des Jahres, findet traditionell am zweiten Samstag im September im englischen Doncaster statt. Am darauffolgenden Montag, so kann man vermuten, tauschten Londoner Geschäftsleute den Platz am Geläuf dann wieder gegen den am Schreibtisch ihres Londoner Kontors oder direkt auf dem Parkett.