Carmignac reduziert US-Staatsanleihen „Wir werden nicht auf dem Vulkan tanzen“

Die Fondsmanager des Multi-Asset-Schwergewichtes Carmignac Patrimoine haben umgeschichtet: Weniger US-Staatsanleihen, mehr Unternehmensanleihen aus dem Rohstoff-Sektor. Grund hierfür ist die heikle Lage der Notenbanken und Zweifel an einem anhaltenden Wachstum in den USA.

07.04.2016 - 18:4808.04.16 - 09:15
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Der französische Asset Manager Carmignac sieht die Entwicklungen innerhalb der internationalen Notenbanken kritisch und hat deswegen in allen seinen Fonds US-Staatsanleihen reduziert. Das betrifft auch das milliardenschwere Multi-Asset-Flaggschiff Carmignac Patrimoine. Die Franzosen erhöhen stattdessen den Anteil von Unternehmensanleihen aus dem Rohstoff-Sektor, berichtet Citywire und beruft sich dabei auf Carmignacs jüngsten Investmentbericht.

Bevorzugt werden bei Anleihen sowie Aktien derzeit Unternehmen, denen der wieder steigende Ölpreis hilft. „Der Rohstoff-Sektor bietet ein exzellentes Verhältnis von Risiko zu Rendite“, schreibt Didier Saint Georges, Mitglied im Investmentkomitee bei Carmignac, in seinem Bericht. Im Allgemeinen verhält sich der Asset Manager im Bereich Aktien jedoch weiter vorsichtig.

Wachstumsindikatoren mit Vorsicht zu genießen

Saint-Georges sieht aktuell einen gefährlichen Optimismus unter Anlegern. Die expansive Geldpolitik in Europa und Japan sowie erste positive Wachstumsindikatoren aus China und den USA werden seiner Ansicht nach überbewertet. Die US-Notenbank hatte im März signalisiert, zunächst auf weitere Zinsanhebungen zu verzichten. „Aber es wäre kurzsichtig, über die neusten vergeblichen Bemühungen der Notenbanken zu frohlocken“, wird Saint-Georges zitiert. Und weiter: „Daher werden wir im Gegensatz zu so vielen anderen nicht auf dem Vulkan tanzen, der gerade noch schläft.“

Carmignac hatte sich in letzter Zeit stark auf Anlagen in Europa ausgerichtet. Schwellenländer-Währungen halten die Franzosen nach wie vor für instabil und sie werden in allen Portfolios vermieden. Dies dürfte eine Lehre aus dem Börsengewitter des letzten Jahres sein, als die überraschende Abwertung der chinesischen Währung dem Carmignac Patrimoine gehörig zu schaffen machte.