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Drache an der Kette

23.08.2017 10:30 Uhr | Von: 

Die Winke der Behörden werden von Chinas Managern verstanden. Wie jüngst bekannt wurde, hat der börsennotierte Mischkonzern Dalian Wanda aus China offenbar kein Interesse mehr am Kauf eines Grundstücks in London: Ein Teil des Geländes des ehemaligen Blumenmarkts in Covent Garden sollte für 470 Millionen britische Pfund (513 Millionen Euro) angekauft werden. Die Regierung in Peking hatte dem größten chinesischen Immobilienentwickler mit einem umfänglichen Geschäftsportfolio in Immobilien, Luxushotels, Unterhaltung, Internet, Finanzen, Tourismus und Einzelhandel nahegelegt, seine Auslandsinvestitionen zurückzufahren.

Ein weiteres Beispiel ist Anbang Insurance Group: Die milliardenschwere Finanzholding ist Bloomberg zufolge von der chinesischen Regierung angewiesen worden, ausländische Assets zu liquidieren und die Erlöse nach China zurückzuholen. Der Chef der Versicherungsgesellschaft – „Chinas am engsten mit der politischen Führung verquicktes Unternehmen“ („Financial Times“) – war im Juni verhaftet worden. Anbang Insurance Group rückte in die Öffentlichkeit, als die Gruppe im Herbst 2014 unter großem Medienecho das Waldorf Astoria in New York für 1,9 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden Euro) kaufte.

Das Unternehmen bestreitet die von Bloomberg verbreitete Darstellung, dass es eine offizielle Anweisung zum Verkauf von Auslandsinvestitionen gegeben habe. Unbestritten ist, dass Anbang-Chef Wu Xiaohui vor seiner endgültigen Festnahme über Wochen immer wieder verhört worden war. Wie die „NZZ“ berichtet, hatte er jedoch noch erreicht, nach ein paar Stunden wieder in sein Büro oder nach Hause zurückkehren zu dürfen – bis die Behörden ihn endgültig in Gewahrsam nahmen.

Schwund bei den Währungsreserven vorerst gestoppt

Die staatlichen Maßnahmen Chinas scheinen Wirkung zu zeigen, meint Martin Hüfner, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Assenagon. Die drei Jahre dauernde Schwäche des Yuan, der im Herbst 2016 vom IWF zur fünften Weltwährung geadelt wurde und frei konvertierbar ist, neige sich derzeit dem Ende zu. Hüfner: „Die Währungsreserven der chinesischen Zentralbank gehen nicht weiter zurück. Sie steigen im Gegenteil erstmals seit drei Jahren wieder an. In den ersten sieben Monaten haben sie sich um 80 Milliarden US-Dollar erhöht. Das geschah, obwohl chinesische Unternehmen nach wie vor in der Welt auf Einkaufstour sind und auf Teufel komm raus im Ausland investieren.“