China Übernahme-Thriller belastet Beziehungen zu Deutschland

Ein chinesischer Investor will den deutschen Maschinenhersteller Aixtron kaufen. Das Bundeswirtschaftsministerium findet das bedenklich. Soweit so gut – doch die Angelegenheit weitet sich langsam zum globalen Machtkampf aus.

07.11.2016 - 13:0007.11.16 - 16:51
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Die jüngste Nachrichtenlage hat alles, was einen guten Thriller ausmacht: Eine Großmacht, die im globalen Rennen um Technologieführerschaft mithalten will, ein Übernahmeversuch in dreistelliger Millionenhöhe und der US-Geheimdienst, der sich Medienberichten zufolge einmischt. Nur dass dies kein TV-Krimi ist, sondern die Nachrichtenlage rund um das deutsche Maschinenbauunternehmen Aixtron. Nachdem Berlin die Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Übernahme durch einen chinesischen Investor zurückgezogen hat, bangt die Gesellschaft um ihre Zukunft.

Wie in jedem Thriller beginnt auch dieser mit dem Opfer und zieht dann als globaler Machtkampf zweier Wirtschaftsmächte weitere Kreise. Wie angespannt die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Berlin und Peking derzeit sind, hat der Besuch von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel vergangene Woche in China gezeigt.

In Abwehrstellung

Bereits im Vorfeld der Reise wurde der deutsche Gesandte einbestellt – was im Diplomatenjargon einer politischen Rüge gleichkommt. China ist nicht nur verstimmt wegen der offenen Aixtron-Übernahme. Die Führung in Peking fürchtet auch, die Europäer, allen voran Deutschland, könnten dem Land den vor 15 Jahren versprochenen Marktwirtschaftsstatus verwehren.

Eine Drohkulisse steht auch schon im Raum: Sollten einige Länder sich weigern, China als normale Marktwirtschaft zu behandeln, gebe es Möglichkeiten dagegenzuhalten, warnte ein Beamter des Handelsministeriums in der „China Daily“. China sei schließlich eine führende Importmacht.