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Schlange vor einem Luxus-Bekleidungsgeschäft in Shanghai

Drei Schlüsselthemen China bietet Anlegern günstige Gelegenheiten

Trotz der hohen Bedeutung der chinesischen Wirtschaft spielen Aktien aus Festlandchina in vielen globalen Portfolios nur eine Nebenrolle. Warum sich das künftig ändern könnte und wo sich besonders interessante Anlagechancen finden, berichtet Luke Barrs, Leiter des Aktien-Portfoliomanagements bei Goldman Sachs Asset Management (GSAM).

16.02.2021 - 11:08 Uhr | in Märkte

2020 haben chinesische Aktien mit einem Gewinnwachstum im niedrigen einstelligen Bereich besser abgeschnitten als andere Märkte – und dürften weiterhin eine solide Entwicklung aufweisen: Die Konsenserwartungen für das Gewinnplus 2021 liegen derzeit bei 17 Prozent für chinesische Onshore- und 23 Prozent für Offshore-Aktien. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen weltweit, von denen in den kommenden drei Jahren ein zweistelliges jährliches Umsatzwachstum erwartet wird, befinden sich in China. Meist handelt es sich dabei um A-Aktien, also auf dem Festland in Shanghai und Shenzhen gehandelte Papiere.

Die Anzahl der gelisteten A-Shares hat sich seit 2010 verdoppelt, seit Jahresbeginn machten sie 30 Prozent aller Börsengänge aus. Viele davon kamen über den STAR-Markt und ChiNext. Diese beiden Technologiebörsen umfassen mehr als 1.000 Aktien mit einem Börsenwert von mehr als 2 Billionen US-Dollar – die meisten in den Sektoren Informationstechnologie und Gesundheitswesen.

Derzeit sind chinesische Onshore- und Offshore-Aktien gemessen an den einjährigen Gewinnerwartungen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16 bis 17 bewertet. Das ist zwar nahe dem Höchstwert der historischen Spanne für Offshore-Aktien, jedoch nur knapp über dem langfristigen Durchschnitt für A-Shares. Wir halten höhere KGVs durchaus für gerechtfertigt: Chinesische Positionen bieten ein robustes Gewinnwachstumspotenzial in einem globalen Makroumfeld mit geringem Wachstum und niedrigen Zinsen.

Kapitalzuflüsse aus dem In- und Ausland stützen den Markt

Die chinesische Wirtschaft dürfte 2030 etwa 37 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Zum Vergleich: Derzeit liegt ihr Anteil bei knapp 18 Prozent. A-Shares stellen bereits 12 Prozent der weltweiten Aktienmarktkapitalisierung – haben aber im MSCI Emerging Markets und dem MSCI All Country World nur einen Anteil von 5 beziehungsweise 1 Prozent.

Verschiedene Reformen und Initiativen, um den Onshore-Markt für ausländische Investoren zu öffnen, haben dazu geführt, dass A-Shares kontinuierlich in globale Aktienindizes aufgenommen werden – ihr Anteil am MSCI Emerging Markets könnte sogar auf 27 Prozent steigen. Wenn internationale Anleger ihre China-Allokationen weiterhin im Einklang mit den globalen Aktienindizes aufstocken, könnte das langfristig zu massiven Zuflüssen in die Anlageklasse führen. Aktuell ist sie gemessen an ihrer Bedeutung für die Weltwirtschaft und ihrem zukünftigen Wachstumspotenzial bei Anlegern stark unterrepräsentiert: In aktiven globalen Aktienfonds sind chinesische Aktien so stark untergewichtet wie in den vergangenen 20 Jahren nicht.

Zu erwarten ist, dass auch chinesische Anleger ihr Engagement ausbauen könnten. Denn: Ihre noch verhältnismäßig niedrigen Aktien-Allokationen dürften als Reaktion auf weniger Schattenbankenprodukte, Beschränkungen von Eigenheimkäufen sowie ein größeres und chancenreicheres Anlageuniversum steigen.

Volatilität bedenken – Renditechancen nutzen

Chinesische Aktien und insbesondere A-Shares bieten angesichts der herrschenden Ineffizienz des Marktes viel Potenzial zur Erzielung einer Überrendite. Mit mehr als 4.000 Papieren stellen A-Aktien den zweitgrößten Aktienmarkt der Welt dar. Er ist aber nach wie vor schwer zu durchdringen, da Research-Analysten mehr als 2.000 der Aktien nicht im Blick haben. Darüber hinaus bestreiten Privatanleger am Onshore-Markt mehr als 80 Prozent des Börsenhandels, was zu einer Fülle an Chancen führt.

Tatsächlich übertreffen 100 Prozent der Manager chinesischer Onshore-Aktien den entsprechenden Index auf lange Sicht. Das unterstreicht, dass ein aktiver Ansatz notwendig ist: Passive Ansätze können die zukunftsgerichteten Wachstumschancen am Markt nicht vollständig widerspiegeln.