Christopher Nichols über Anlagestrategien „Der risikogewichtete Ansatz gibt uns Luft zum Atmen“

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Kunden wollen attraktive Erträge, mögen aber keine Schwankungen. Christopher Nichols von Standard Life Investments hat verschiedene Portfoliostrategien beleuchtet, die versuchen, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Sein Favorit ist ein risikogewichteter Ansatz, der viel Freiraum lässt.

07.06.2016, aktualisiert 19.07.2016 - 10:1019.07.16 - 10:10
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2012 und 2013 waren britische Small Caps mit jeweils rund 40 Prozent Performance eine äußerst lukrative Anlage. 2014 lieferten sie zwar auch noch ein Plus, Anleger aus dem Euroraum fuhren in dem Jahr mit US-Aktien jedoch deutlich besser - oder auch mit britischen Anleihen, die sie 2012 und 2013 eher hätten meiden sollen. „Kunden wollen konsistente Ergebnisse, aber der Markt liefert Chaos“, fasst Christopher Nichols das Dilemma der Assetmanager zusammen.

Ideal wäre es sicherlich, das Anlagevermögen einfach in den jeweiligen Gewinner des Jahres zu stecken, meint der Investment Direktor im Bereich Multi Asset Investing bei Standard Life Investments (SLI). Nur, wie soll man vorher wissen, welche Asset-Klasse sich am besten entwickeln wird? Einige Manager versuchen dies zu prognostizieren, indem sie die Wirtschaftszyklen beobachten. Davon hält Nichols nicht viel: „Zyklen verlaufen nicht so gleichmäßig, wie man es gern hätte. Selbst wenn es gelingt, die aktuelle Phase des Zyklus zu erkennen, weiß man nicht sicher, wie und mit welcher Geschwindigkeit der Zyklus sich weiterentwickelt.“

Klassische Absicherung ist zu teuer

Eine Alternative, um stete Erträge zu generieren, wäre eine Anlage in risikoreiche Assets wie Aktien plus eine Absicherung mittels Optionen, die Verluste begrenzt. Auch hier ist Nichols skeptisch. Zu teuer, lautet sein Urteil. Für den US-Aktienindex S&P 500 hätte seit Anfang der 90er Jahre eine Verlustbegrenzung auf 5 Prozent in drei Monaten im Schnitt 1,7 Prozent pro Quartal gekostet. „Zudem ist gerade in volatilen Zeiten die Absicherung besonders teuer“, gibt Nichols zu bedenken.

Die einzige langfristig verlässliche Methode, um eine möglichst konsistente Performance zu erzielen, ist für Nichols die Diversifikation über Asset-Klassen und Anlageideen. Allerdings hält er eine traditionelle Kombination aus Aktien und Anleihen für zu einfach. „Ein Blick auf eine solche Mischung durch die Risikobrille zeigt, dass das Risiko des Portfolios fast ausschließlich auf der Aktienseite liegt und eine tatsächliche Diversifikation nicht gegeben ist“, so Nichols.

Diese sei besser bei diversifizierten Wachstumsportfolios, die in den vergangenen zehn Jahren zum Beispiel in Großbritannien verstärkt im Angebot sind. Sie mischen eine Vielzahl von Risiko-Anlageklassen wie Aktien, Unternehmensanleihen, Emerging Markets Bonds oder Rohstoffe. „Risiko-Anlageklassen liefern das Potenzial für hohe Erträge. Die Gelder sind auf mehrere Risiken verteilt, und die Summe der Einzelrisiken wird durch diese Streuung reduziert“, erklärt Nichols. Doch auch hier sieht er eine Gefahr: „Gerade in Krisenzeiten, wenn man die Diversifikation braucht, schwindet sie. Denn die Korrelationen steigen.“