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Nachhaltiges Investieren Öko-Bilanz von Fonds rückt in den Fokus

Anleger sollten sich bei ihren Investments den Risiken des Klimawandels bewusst sein. Diese lassen sich nicht nur bei explizit nachhaltigen Fonds ermitteln, erklärt Sabine Stahl, Leiterin des Wholesale-Geschäfts bei J.P. Morgan Asset Management.

19.02.2021 - 14:32 Uhr | in News

Mit wachsender Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit rückt auch die CO2-Bilanz von entsprechenden Fonds stärker in den Fokus von Investoren. Dabei wird die Belastung eines Fonds durch klimawandelbedingte Risiken gemessen. „Die CO2-Bilanz erfasst die von den Unternehmen emittierten Treibhausgase, die zur globalen Erwärmung und Umweltverschmutzung beitragen. Durch die Umwandlung aller Treibhausgasemissionen in ein Kohlendioxidäquivalent (CO2e) in Tonnen lässt sich der CO2-Fußabdruck als einzelne Zahl ermitteln“, erläutert Sabine Stahl, Leiterin des Wholesale-Geschäfts bei J.P. Morgan Asset Management.

Daraus abgeleitet haben sich verschiedene Methoden etabliert, um den CO2-Fußabdruck eines Portfolios zu bestimmen. Idealerweise ermöglicht eine solche Vorgehensweise auch einen Vergleich mit anderen Portfolios oder einer Benchmark.

Verringerung von Emissionen stellt viele Unternehmen vor Herausforderungen

Treibhausgasemissionen tragen zur Erderwärmung und zum Klimawandel bei. Immer mehr Länder wollen klimabewusster werden. Die großen Treibhausgasemittenten stellt das jedoch vor zahlreiche Herausforderungen – was auch Investoren berücksichtigen sollten

„Neben erhöhten Kosten kann in einigen Fällen sogar die Existenz der Unternehmen auf dem Spiel stehen – zum Beispiel durch Verkaufsverbote für Benzin- und Dieselfahrzeuge. Fossile Brennstoffressourcen können zu verlorenen Assets werden – wenn etwa Kraftwerkskohle nicht mehr zur Stromerzeugung genutzt wird. Da Bergbauunternehmen weiterhin für ihre Verbindlichkeiten wie Betriebsrenten, Entschädigungen für Berufskrankheiten und Umweltsanierungen aufkommen müssen, sind bereits einige Kohleunternehmen in den USA Konkurs gegangen“, so Stahl.

CO2-Intensität im Fokus

Regierungen verlangen von großen Unternehmen, dass sie ihre Öko-Bilanz offenlegen. Allerdings legen sie nicht fest, welche Messmethode dabei angewendet werden soll. „Aus Investorensicht zählt vor allem, dass die Methode für alle wichtigen Anlageklassen wie beispielsweise Aktien und Unternehmensanleihen einheitlich ist“, betont Stahl. „Zudem sollte sie die Öko-Bilanz mit Investitionen verknüpfen, damit Anleger die CO2-Intensität der Unternehmen und Branchen in ihren Portfolios verfolgen und Vergleiche zwischen Portfolios anstellen können.“

Bereits in den 1990er-Jahren wurde das Treibhausgasprotokoll (GHG Protocol) eingeführt, um Bilanzierungsstandards für die Messung und Steuerung von CO2-Emissionen festzulegen. Das GHG Protocol definierte drei entscheidende Bereiche („Scopes“) zur Kategorisierung von Emissionen.

„Obwohl die Scope-3-Emissionen zweifellos von Bedeutung sind, werden sie von den Unternehmen derzeit noch sehr unterschiedlich berechnet und offengelegt“, so Stahl.

Blick nach vorne

Jede Messung der CO2-Emissionen ist naturgemäß rückwärtsgewandt und ignoriert die Tatsache, dass viele Unternehmen ihre Geschäftsmodelle anpassen. „Unsere Analysten führen Untersuchungen durch und beurteilen, ob die von den Unternehmen gemeldeten CO2-Emissionen ihren tatsächlichen Fußabdruck widerspiegeln“, erklärt Stahl.

Das Fazit lautet entsprechend: „Das Potenzial zur Anpassung der Geschäftsmodelle bietet unseren Nachhaltigkeits- und Investmentteams die Grundlage, einen Dialog mit Unternehmen aufzubauen. Dabei geht es um eine bessere Offenlegung und Governance sowie die langfristige Verringerung der CO2-Emissionen. Einige Unternehmen haben ehrgeizige Ziele für mehrere Jahre festgelegt, die sie letztendlich zur Klimaneutralität verpflichten. Der CO2-Fußabdruck ist daher ein flexibles Ziel, das Investoren weiter im Blick behalten sollten.“