CoCo-BondsGut aufgestellt: der CoCo-Anleihen-Markt

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Der Markt für Contingent Convertible Bonds (CoCo-Anleihen) boomt. Das Segment setzte den Trend des zweiten Halbjahres 2016 fort und wuchs durch bereits sieben Neuemissionen in 2017. Dadurch erhöhte sich das Marktvolumen um rund 7,3 Milliarden auf insgesamt 170 Milliarden US-Dollar*.

03.05.2017 - 16:46 Uhr03.05.17 16:46
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Gut aufgestellt: der CoCo-Anleihen-Markt

CoCo-Bonds sind langfristige, nachrangige Schuldverschreibungen mit meist festem Kupon. Ihre Besonderheit: Bei Eintreten von vorher festgelegten Wandlungskriterien werden sie automatisch von Fremd- in Eigenkapital gewandelt – was ihnen einen hybriden Charakter verleiht.

Von den im laufenden Jahr platzierten Neuemissionen erschienen uns vier als besonders ansprechend – alle von erstklassigen Banken. Dies waren die CoCos von Intesa Sanpaolo und Standard Chartered, beide mit hohen Kupons von 7,75 Prozent, sowie Credit Suisse mit einem Kupon von 7,125 Prozent und die erste US-Dollar-Transaktion der Danske Bank mit einem Kupon von 6,125 Prozent. Entsprechend nahmen wir diese Papiere in unser Portfolio auf.

Interessant ist, dass in den letzten Monaten vereinzelt auch Banken aus der zweiten Reihe den Zugang zum CoCo-Markt fanden, der bislang vornehmlich erstrangigen Banken vorbehalten war. Dies weist auf eine gewisse Normalisierung hin und belegt die Reife des CoCo-Marktes. Überdies erweitert es das realisierbare Portfolio und rückt die Einzeltitelauswahl verstärkt in den Fokus.

Aussichtsreiche Perspektiven für CoCo-Investoren

Eine maßgebliche Entwicklung für den europäischen Bankensektor im Allgemeinen und den CoCo-Markt im Besonderen ist auch die Bestätigung, dass Großbanken bei Bedarf weiterhin Eigenkapital in bedeutender Höhe über die Börse aufnehmen können. UniCredit nahm im ersten Quartal Aktienkapital in Höhe von 13 Milliarden Euro auf, wodurch sich die Marktkapitalisierung beinahe verdoppelte. Die Deutsche Bank will im zweiten Quartal acht Milliarden Euro neues Aktienkapital einwerben, und Gerüchten zufolge denkt die Credit Suisse über eine Kapitalerhöhung im Umfang von drei bis fünf Milliarden Schweizer Franken nach. Insgesamt setzt sich der äußerst positive Trend bei den Kapitalquoten europäischer Banken fort – ein Beleg dafür, dass sich der hiesige Bankensektor noch im Frühstadium des Kreditzyklus befindet. Für manche Anleger in Bankaktien sind dies womöglich schlechte Nachrichten, für CoCo-Investoren dagegen ausgesprochen gute.

*Gemessen am BAML CoCo Index