Cum-Ex-GeschäfteSo hoch sind die Steuerausfälle in Deutschland

Mit Cum-Cum- und Cum-Ex-Finanzgeschäften haben Investoren allein den deutschen Staat um Milliarden geprellt. Um die Höhe des Schadens zu verdeutlichen, zieht das Online-Portal Statista die veranschlagten Bundesausgaben für Hartz-IV als Vergleichsgröße heran.

10.11.2018 - 12:26 Uhr10.11.18 12:26
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Vorlage des Finanzamtes für Steuererklärungen
Vorlage des Finanzamtes für Steuererklärungen: Für den Fiskus geht es bei Cum-Ex-Geschäften um Milliarden © Pixabay

Mit sogenannten Cum-Cum- und Cum-Ex-Finanzgeschäften haben Anwälte, Banker und Privatleute über mehrere Jahre hinweg allein den deutschen Staat um mehr als 31 Milliarden Euro geprellt. Bei beiden Arten der Schieberei geht es im Kern darum, halblegal bis klar illegal Steuern abzuschöpfen.

Bei den auch als Dividendenstripping bezeichneten Geschäften verkaufen Teilnehmer große Aktienpakete kurz vor der Dividendenzahlung von großen Börsenkonzernen und kaufen sie kurz nach dem Dividendentermin zurück. Sie bleiben also de facto im Besitz der Aktien, aber greifen durch Scheingeschäfte zusätzlich Steuererstattungen vom Staat ab.

Bei der Cum-Cum-Trickserei geht es darum, sich die Steuer durch das Karussellgeschäft mit Leerverkäufen einmal erstatten zu lassen. Cum-Cum läuft daher eher im Graubereich des Steuerrechts. Cum-Ex aber gehört zu den klar betrügerischen Geschäften, weil es die Täter durch Mehrfachverkäufe derselben Aktien darauf absehen, auch mehrmals Steuern abzugreifen.

Um die Höhe des Schadens zu verdeutlichen, hat das deutsche Online-Portal Statista in einer Grafik die veranschlagten Bundesausgaben für Hartz-IV im laufenden Haushalt 2018 als Vergleichsgröße abgebildet. Mit den durch die Finanzdeals verloren gegangenen Geldern hätte ein Jahr lang das Arbeitslosengeld II und die Kosten für Unterbringung und Heizung für Hartz-IV-Empfänger locker gedeckt werden können.

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