Daniel Lösche im Interview „An Liquid Alternatives führt kein Weg vorbei“

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Vom Trend zum Dauerbrenner: Liquid Alternatives erhalten immer höhere Mittelzuflüsse von Investoren. Doch was verbirgt sich hinter dieser Anlageklasse? Und welche Vorteile bietet sie? Daniel Lösche, Investment Analyst bei Schroders, erläutert die Hintergründe – und erklärt, worauf Anleger achten sollten.

17.02.2016 - 09:2717.02.16 - 15:38
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Daniel Lösche, Investment Analyst bei Schroders
Daniel Lösche, Investment Analyst bei Schroders

Herr Lösche, was sind überhaupt Liquid Alternatives?

Daniel Lösche: Darüber gibt bereits der Name Aufschluss: alternative Investment-Möglichkeiten, die gleichzeitig eine hohe Handelbarkeit aufweisen. Mit dem letztgenannten Kriterium meine ich, dass tägliche Liquidität verfügbar sein muss, ein Fondsmanager also jederzeit flexibel kaufen und – wenn nötig – natürlich auch wieder verkaufen kann.

Durch Einbindung in eine UCITS-Strategie, werden „Liquid Alts“ – wie die Anlagen auch oft genannt werden – für breite Investorenschichten zugänglich.

Auf welche Anlagen treffen diese Anforderungen konkret zu?

Lösche: Passende Formen zur Umsetzung sind zum Beispiel Long/Short-Investments bei Aktien und Anleihen, Katastrophen-Anleihen (Cat-Bonds), Rohstoffe, börsennotierte Immobiliengesellschaften (Real Estate Equities) und verbriefte Verbindlichkeiten der Schwellenländer (Emerging Markets Debt). Für sie alle existieren gut funktionierende Märkte mit hoher Liquidität.

Und was macht diese Anlageklasse so interessant?

Lösche: Erstens die aktuellen Chancen: Anleihen bieten derzeit kaum Verzinsung und haben daher an Attraktivität eingebüßt. Im Gegensatz dazu bieten Liquid Alternatives die Aussicht auf klare Wertsteigerungen. Gleichzeitig ist es dank der ständigen Handelbarkeit jederzeit möglich, auf aktuelle Entwicklungen flexibel zu reagieren. Das Verlustrisiko wird hierdurch gesenkt.

Und zweitens?

Lösche: Der zweite Punkt ist beinahe noch wichtiger: Liquid Alternatives korrelieren wenig bis gar nicht mit dem Gesamtmarkt. Sie sind damit ein hervorragender Stabilitätsfaktor für das Portfolio – gerade angesichts der 2016 weiterhin erwarteten hohen Volatilität.

In welchem Umfang setzen die Multi-Asset-Fonds von Schroders auf Liquid Alternatives?

Lösche: Ausschließlich als Beimischungen. Diese Anlagen geben unseren Portfolios Sicherheit in fallenden Märkten. Gleichzeitig besitzen sie eine solide Wachstumsperspektive, tragen also auch aktiv zur Wertentwicklung bei. Um ein Beispiel zu nennen: Unsere Long/Short-Strategien stehen vor dem Hintergrund der aktuellen Schwankungen an den Märkten gegenwärtig sehr gut da.

Was gilt es für Fondsmanager besonders zu beachten?

Lösche: Risikomanagement ist hier das wichtigste Thema: Wie schaffe ich es, die Risiken bestmöglich zu allokieren? Bei Long/Short-Strategien im Aktienbereich beispielsweise ist eine fundierte Unternehmensanalyse unverzichtbar. Der Portfoliomanager muss verlässlich einschätzen können, welche Aktien voraussichtlich steigen und welche fallen werden. Nur so kann er seine Positionen vernünftig managen und Chancen und Risiken sinnvoll in Einklang bringen.

Worauf sollten Anleger achten?

Lösche: Insbesondere auf die Erfahrungen und Kompetenzen des Fondsmanagers, die Handelbarkeit des betreffenden Produkts (zum Beispiel täglich oder nur wöchentlich) sowie das jeweilige Risikoprofil.

Grundsätzlich jedoch sind Strategien mit Liquid Alternatives das richtige Produkt vor allem für risikoaverse Anleger – und dabei für institutionelle und professionelle Investoren wie auch für Privatanleger gleichermaßen interessant. Augenblicklich führt an ihnen kein Weg vorbei.