Demografie und LangfristerträgeAlternde Weltbevölkerung verursacht Zinsunsicherheit

Die global alternde Gesellschaft beschränkt einerseits das Wachstumspotenzial und sorgt andererseits für einen Umschwung im globalen Sparverhalten – mit erheblichen Auswirkungen auf die langfristigen Erträge, zeigt eine Studie von J.P. Morgan AM.

23.03.2018 - 10:25 Uhr23.03.18 10:25
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Tai-Chi-Enthusiasten in China: Mit der Abschaffung der Ein-Kind-Politik will das Land seine demografischen Probleme in den Griff bekommen
Tai-Chi-Enthusiasten in China: Mit der Abschaffung der Ein-Kind-Politik will das Land seine demografischen Probleme in den Griff bekommen© Getty Images

Die immer älter werdenden Weltbevölkerung wird spürbare Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung der Zinsen haben: So ist als Folge des demografischen Wandels aufgrund von rückläufigem Wachstum eine Abschwächung des Zinsniveaus zu erwarten. Dies zeigt der langfristige Kapitalmarktausblick „Long Term Capital Market Assumptions“ (LTCMA) von J.P. Morgan Asset Management.

Allerdings bewirkt die alternde Bevölkerung ebenfalls einen Umschwung im Sparverhalten, was wiederum zu steigenden Realzinsen führen könnte. „Dass die Entwicklung der Zinsen aufgrund der Demografie unterschiedlichen Kräften ausgesetzt ist, wird zukünftig für Unsicherheit sorgen“, erläutert Christoph Bergweiler, Leiter J.P. Morgan Asset Management in Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland.

Die über ein bis zwei Konjunkturzyklen angelegte Studie führt aus, dass in jedem der kommenden Jahrzehnte der Anteil der Rentner an der Bevölkerung um etwa zehn Prozentpunkte steigt. „Dieser Trend betrifft nicht nur die Industrienationen, sondern die gesamte Weltbevölkerung. Und die Entwicklung vollzieht sich immer schneller und so synchron wie niemals zuvor“, unterstreicht Bergweiler.

Wechselwirkung zwischen Wachstum und Sparraten

Für die globale Wirtschaft hat diese Entwicklung enorme Auswirkungen: Mit der stetigen Alterung der Gesellschaft sinkt der Anteil der verfügbaren Arbeitskräfte und auch der Konsum schwächt sich ab – dies führt zu einer deutlichen Verringerung des Wirtschaftswachstums. „Dieser Effekt wird in den kommenden zehn bis 15 Jahren zu einem Rückgang des Trendwachstums von rund 50 Basispunkten führen“, sagt Bergweiler. Das geringere Wachstum sollte auch auf das Zinsniveau wirken. So sei zu erwarten, dass die Zinsen im gleichen Maße sinken.