Kryptowährung Der Bitcoin wird erwachsen

An der New Yorker Börse wurde der erste Bitcoin-ETF gestartet. Damit wird die Kryptowährung leichter investierbar. Das dürfte die Nachfrage steigen lassen und für weitere Veränderungen am Markt sorgen, erklärt Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Kölner Vermögensverwaltung Z-Invest.

17.11.2021 - 10:1517.11.21 - 10:21
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Erstes Krypto-Café in der Türkei
Erstes Krypto-Café in der Türkei: Der erste Bitcoin-ETF hat für Veränderungen am Kryptomarkt gesorgt© Imago Images / Pacific Press Agency

Kryptowährungen investierbar zu machen, ist ein schwieriges Geschäft. Nicht zuletzt, da es derzeit nur wenige regulierte Handelsplätze gibt. Das bedeutet: Investoren müssen sich in der Regel eine Wallet zulegen, also eine elektronische Geldbörse, in der die Bitcoins oder andere Kryptowährungen gespeichert werden.

Da kommt es gerade recht, dass der erste Bitcoin-ETF (ISIN: US74347G4405) an der New Yorker Börse lanciert wurde. Dieser soll den Einstieg in Kryptowährungen einfacher, günstiger und nervenschonender machen. Der ETF eigne sich laut Anbieter ProShares für Anleger, die kein Konto bei einer Kryptobörse eröffnen oder lernen wollen, wie man seine Kryptoassets selbst verwahrt.

Die Kurse der digitalen Währungen stiegen daraufhin massiv. Das Angebot an Bitcoin ist begrenzt und die Nachfrage nach entsprechenden ETFs wird immer größer. Die Fondsmanager müssen sich daher frühzeitig eindecken, was wiederum die Kurse beflügelt.

Auswirkungen des Bitcoin-ETFs

Die Auflegung des ersten Bitcoin-ETFs hat verschiedene Auswirkungen. Da ist zum einen die Regulierung: ETF-Anleger erwarten, dass ihre Werte gesichert sind und mit ihrem Geld kein Schindluder getrieben wird. Die neuen Anbieter müssen also aus eigenem Interesse die Regulierung vorantreiben. Daraus folgen regulierte Handelsplätze und ein eventueller Einstieg etablierter Börsenplätze in den Kryptohandel.

Für die Krypto-Community wäre das ein weiterer Schritt in Richtung Erwachsensein. Die Rüpeljahre gehen zu Ende, die Phase der Stabilität beginnt. Tatsächlich ist zu erwarten, dass die Ausschläge an den Märkten geringer werden, wenn größere Anteile von institutionellen Investoren gehalten werden. Hinzu kommt, dass mit regulierten Börsenplätzen immer mehr Hochfrequenzhändler Einzug halten werden. Diese bringen enorme Liquidität in den Markt.

Bitcoin-ETFs dürften kostspielig sein

ETFs haben im Aktien- und Anleihebereich eine noch junge Historie. Gestartet als kostengünstige Alternative zu aktiv gemanagten Fonds, haben sie sich zu einem universell einsetzbaren Investment entwickelt. Sie können auch Nischenmärkte abbilden, allerdings zu höheren Kosten. Daher ist zu erwarten, dass entsprechende ETFs ziemlich kostspielig sein werden. Solange sich die Kurse positiv entwickeln, ist das vielen Anlegern wahrscheinlich egal. Wenn die Kurse allerdings abflachen sollten, drückt das die Rendite. Dann dürften viele Investoren die Kosten hinterfragen. Es ist möglich, dass sich anschließend manche von ihnen lieber wieder direkt eindecken könnten.

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