Deutlich teurer Der Grund für die hohen Strompreise

Inwiefern trägt die Verteuerung von Kohlenstoffemissionen zur aktuellen Strompreisentwicklung bei? Die Experten der DWS haben einmal nachgerechnet.

12.10.2021 - 16:3012.10.21 - 16:30
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Photovoltaikanlage
Photovoltaikanlage: Die aktuelle Strompreisentwicklung könnte den Übergang zu erneuerbaren Energien beschleunigen© IMAGO / Shotshop

Aufgrund der konjunkturellen Erholung in Europa zieht die Stromnachfrage wieder an. In den vergangenen Wochen sind die Preise für Elektrizität gemeinsam mit jenen für Erdgas- und Kohlenstoff deutlich gestiegen. Trotz der beträchtlichen Verteuerung von Kohlenstoffemissionen, die im September 2021 mehr als 60 Euro je Tonne kosteten, hat der gestiegene Erdgaspreis am stärksten zum Strompreisanstieg beigetragen, wie ein Chart der DWS zeigt.

Quelle: DWS

Zum rasanten Anstieg der Erdgaspreise haben der starke Zuwachs der globalen Nachfrage, die weltweiten Engpässe bei der Versorgung mit flüssigem Erdgas (LNG) und die geringeren Gasexporte aus Russland nach Europa beigetragen. Da die Gasnachfrage im Winter voraussichtlich weiter steigen wird, die Lagerbestände unter ihrem historischen Durchschnitt liegen und es zu Versorgungsengpässen kommen könnte, dürfte der Aufwärtsdruck auf die Strompreise in den kommenden Monaten anhalten, prognostizieren die DWS-Experten.

Erdgas spielt Schlüsselrolle im Strommix

Es wird erwartet, dass Erdgas im kommenden Jahrzehnt eine Schlüsselrolle als Übergangsenergieträger spielen wird. Auch wenn sich das derzeitige Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot im Laufe des Jahres 2022 abschwächen dürfte, unterstreicht die derzeitige Strompreisdynamik den Bedarf an planbaren Gaslieferungen und -speichern, um die Schwankungen bei den Strompreisen abzumildern.

Langfristig könnte ein wesentlich höherer Anteil erneuerbarer Energien in zur Verringerung der Strompreise in ganz Europa beitragen, erwarten die Experten der DWS. In anderen Worten: Die derzeit hohen Strompreise sind größtenteils das Ergebnis zyklischer (Gas) und nicht struktureller (CO2-Abgaben) Kräfte. Doch erstere dürften sich mittelfristig wieder normalisieren.