Blockchain-Podcast, Teil 3 „Der Wert von NFTs wird über den Zeitgeist festgelegt“

Non-Fungible Tokens (NFTs) von Turnschuhen, die von Influencerin Kim Kardashian beworben werden, oder Cryptopunks, die für mehrere Millionen US-Dollar den Besitzer wechseln – Hype oder Zukunftsmodell? Darüber diskutieren Michael Geike, Max Lautenschläger, Max Heinzle und Henning Wagner im dritten Part unserer Blockchain-Serie.

30.09.2021 - 09:0030.09.21 - 09:31
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Cryptopunk-Auktion bei Sotheby's
Cryptopunk-Auktion bei Sotheby's: Dieses 24 x 24 Pixel große Miniporträt kostete stolze 1,47 Millionen US-Dollar© IMAGO / UPI Photo

„Ich tue mich schwer mit der Wertfindung sowie -entwicklung von Non-Fungible Tokens (NFTs)“, sagt Henning Wagner, CTO bei der FINEXITY AG. Ein Beispiel: Das Werk Everydays: The First 5000 Days des US-Künstlers Beeple ging für fast 70 Millionen Euro über den Auktionstisch. Ebenso sorgen Cryptopunks, also kleine verpixelte Bilder, für viel Aufmerksamkeit. Der aktuell „kostengünstigste“ Charakter liegt bei mehr als 80.000 US-Dollar. „Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sehe ich NFTs nicht nur als technologisches Novum, sondern auch als Ausdrucksart per se – völlig losgelöst von Wert“, ergänzt Wagner. „Der Wert wird über den Zeitgeist festgelegt. Bestes Beispiel dafür sind Pokémon-Sets, die auf speziellen Marktplätzen bis zu 300.000 Euro erzielen.“

„Für mich sind NFTs ein ähnliches Buzzword wie damals Initial Coin Offering (ICO), also die unregulierte Methode des Crowdinvestings, die von Firmen genutzt wird, deren Geschäftsmodell auf Kryptowährungen basiert“, sagt Max Lautenschläger, Mitgründer und Geschäftsführer der Iconic Holding. Die Technologie dahinter, also die Tokenisierung von Kunst, sei faszinierender als das Produkt selbst.

„Wenn man sich die NFT-Bewegung anschaut, vor allem das Handelsvolumen von Cryptopunks, dann wird es sicherlich sehr viele Marktteilnehmer geben, die sagen, dass es sich hierbei um eine Blase handelt“, sagt Max Heinzle, Gründer und CEO der 21.finance AG. Wie kann es sein, dass jemand für ein NFT 2,5 Millionen US-Dollar oder 1.000 Ether bezahlt? Die hohen Preise sorgen dafür, dass „wir gerade NFT-Marktplätze, aus dem Boden schießen sehen wie Pilze“.

„Doch ich kann auch Max Lautenschläger verstehen, dass man so ein bisschen die Schnauze voll hat, wenn diese Buzzwords von Medien so gehypt werden“, sagt Michael Geike, Vorstand der Advanced Blockchain AG. „Nichtsdestotrotz bietet die Technologie viele spannende Anwendungsmöglichkeiten.“ Mehr dazu erfährst du im dritten Teil unserer Podcast-Serie. Jetzt reinhören!

In der kommenden Woche beschäftigen sich die Experten in Teil 4 mit ESG und gehen der Frage nach: Ist der Bitcoin tatsächlich ein Klimasünder?