Deutsche Importpreise Nach vier Jahren ins Plus gedreht

Es ist eine Sensation: Nachdem die Importpreise in Deutschland im November stärker als erwartet gestiegen sind, weist die Jahresrate erstmals seit vier Jahren wieder einen positiven Wert auf.

22.12.2016 - 10:2022.12.16 - 17:32
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Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag, 22. Dezember mitteilte, zog der Index der deutschen Einfuhrpreise im November im Vergleich zum Vormonat Oktober um 0,7 Prozent an. Volkswirte hatten im Monatsvergleich lediglich einen kleinen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde im November ein Importpreisanstieg von 0,3 Prozent (erwartet: – 0,2 Prozent) gemeldet. Zur Erinnerung:  Eine positive Rate hatte es zuletzt im November 2012 gegeben.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) im Detail meldete, hatte die Preisentwicklung importierter Vorleistungsgüter – also Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden – im November 2016 den größten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat: Die Preise für Vorleistungsgüter erhöhten sich im November 2016 um 0,9 Prozent zum Vergleichsmonat des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 1,5 Prozent.

Rohstoffe mit saftigen Aufschlägen

Bei den Preissteigerungen sorgten insbesondere importierte Eisenerze und Nicht-Eisen-Metallerze mit einem Preisaufschlag von jeweils + 16,3 Prozent für Aufsehen. Aber auch Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus (+ 6,9 Prozent), darunter vor allem Edelmetalle und Halbzeug daraus – Bleche, Stangen, Rohre und Platten – (+ 13,7 Prozent) sowie Rohkupfer (+ 9,2 Prozent) verteuerten sich gegenüber November 2015. Auch die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen lagen über denen des Vorjahresmonats (+ 6,9 Prozent).

Preisnachlässe verbuchten Einkäufer von Düngemitteln und Stickstoffverbindungen (– 22,6 Prozent), Holzstoff und Zellstoff (- 9,3 Prozent) sowie elektronischen Bauelementen (– 3,8 Prozent).

Abbildung: Aktueller Preisindex für deutsche Einfuhren, Quelle: Destatis