DevisenmärkteUS-Dollar sollte im Jahr 2019 stark bleiben

2019 dürfte das weltweit uneinheitliche Wirtschaftswachstum in Verbindung mit der zunehmenden regionalen und globalen politischen Instabilität weiter für Volatilität an den Devisenmärkten sorgen. Der US-Dollar sollte sich seine Stärke über weite Strecken in 2019 bewahren.

19.12.2018 - 16:17 Uhr19.12.18 16:17
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Capitol in Washington
Capitol in Washington: Das ungebrochene US-Wirtschaftswachstum und die US-Zinspolitik dürften den US-Dollar weiterhin stützen© Getty Images

Das anhaltende, sich aber stabilisierende Wirtschaftswachstum und die zunehmenden Zinsdifferenzen zwischen den USA und ihren wichtigsten Handelspartnern dürften den US-Dollar weiter stützen.

Während die Märkte für 2019 von zwei weiteren Zinserhöhungen ausgehen, haben der Fed-Vorsitzende Jerome Powell und andere Mitglieder des für die Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschusses (FOMC) Ende 2018 in Reden einen schärferen Ton angeschlagen. Dies lässt darauf schließen, dass es 2019 eher zu mehr als zu weniger Zinsanhebungen kommen könnte als erwartet.

Zudem dürfte die Verlagerung dieses Normalisierungsprozesses auf den 10-jährigen Bereich der US-Zinskurve dazu führen, dass sich auch die Unterschiede zwischen den globalen Langfristzinsen 2019 zugunsten des US-Dollars noch ausweiten dürften.

Wirtschaftsdynamik im Euro-Raum hat Höhepunkt erreicht

In der Eurozone hat die positive wirtschaftliche Dynamik die EZB zwar dazu veranlasst, die Einstellung ihres quantitativen Lockerungsprogramms anzukündigen. Dieser Ausstieg dürfte jedoch schrittweise erfolgen, um eine Beeinträchtigung der noch zaghaften Erholung zu vermeiden.

In der Tat gab es im letzten Quartal 2018 Anzeichen dafür, dass die Wirtschaftsdynamik im Euro-Raum ihren Höhepunkt erreicht hat. Dieser Trend wird durch das nachlassende Wachstum in den wichtigsten Schwellenmärkten verstärkt, die proportional wichtigere Handelspartner für Europa sind als für die USA.

Da Zinserhöhungen durch die EZB frühestens im 2. Halbjahr 2019 erwartet werden, sollten sich die Zins- und Wachstumsunterschiede negativ auf eine nachhaltige Stärke des Euro während des Jahres auswirken. Wir gehen allerdings davon aus, dass die Ende 2018 noch bestehende Konfrontation Italiens mit der EU über ihre Haushaltspolitik in den nachfolgenden Monaten beigelegt wird. Taktisch gesehen könnten die italienischen Risikoprämien dann Anfang 2019 sinken und der Euro wieder erstarken. Angesichts der Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 rechnen wir dann ab Mitte des Jahres wieder mit politischer Ungewissheit.

Das britische Pfund scheint die Schwäche der Wirtschaftsaktivität und des Immobilienmarkts in Großbritannien widerzuspiegeln. Auch wenn Fortschritte in Richtung einer Vereinbarung gemacht wurden, scheint das Risiko eines harten Brexit im März 2019 an den Devisenmärkten etwas unterschätzt zu sein.

Beim japanischen Yen dürften Anleger eine ähnliche Entwicklung erleben wie bei den kontinentaleuropäischen Währungen. Die reaktive Politik der Bank of Japan und die daraus resultierenden Zinsunterschiede dürften sich 2019 weiterhin nachteilig auf den Yen auswirken. Innenpolitisch wird durch die Anhebung der Verbrauchsteuern im Oktober 2019 voraussichtlich weiter ein schwacher Yen begünstigt, um die sich noch erholende Wirtschaft nicht übermäßig zu belasten.

Die Exportabhängigkeit bedeutet aufgrund der schwächelnden Schwellenländer für Japan, ebenso wie für Europa, dass sich der Unterschied zum Wachstum in den USA vergrößern könnte.

Taktisch gesehen dürfte der Yen dank seiner Rolle als sicherer Hafen bei zunehmender geopolitischer Instabilität regelmäßig ansteigen. Mit diesen Aufwertungen kann zwar umgegangen werden, sie sind unseres Erachtens aber nur vorübergehender Natur, weshalb wir für 2019 insgesamt eher von einer Abschwächung des Yen ausgehen.

Der chinesische Renminbi hat seit Mitte 2018 kontinuierlich an Wert verloren, was die Auswirkungen der von den USA verhängten Strafzölle auf Importe aus China abschwächte. Angesichts der neuen Strafzölle, die im kommenden Jahr in Kraft treten, dürfte die Währung weiter sinken. Falls der Handelskonflikt nicht eskaliert, erwarten wir, dass über eine anhaltend rückläufige Währung in Verbindung mit mehr Liquidität im Inland die Auswirkungen für die chinesische Wirtschaft kompensiert werden sollten. Dies deutet darauf hin, dass der in der zweiten Jahreshälfte 2018 erfolgte Rückgang des Renminbi 2019 nachlassen, sein langfristiger Abwärtstrend aber voraussichtlich anhalten dürfte.