Schwellenländer 2021 Die fortschreitende Erholung schafft Anlagechancen

Die Herausforderungen 2020 haben strukturelle Vorteile und Trends in den Schwellenländern hervorgebracht – die für 2021 Gutes verheißen, erklärt Manraj Sekhon, Chefstratege für Schwellenländeraktien bei Franklin Templeton.

16.12.2020 - 15:3216.12.20 - 16:31
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Skyline von Mumbai, Indien
Skyline von Jakarta, Indonesien: Es gibt Anzeichen dafür, dass einige Schwellenländer sich nach der Covid-19-Pandemie rascher als andere erholen© imago images / Xinhua

Die Widerstandskraft der wichtigsten Märkte Ostasiens während der Krise ist zu einem guten Teil auf ihre Fähigkeit zurückzuführen, die Vorteile der „New Economy“ – Stichwort digitale Transformation – voll und ganz umzusetzen. Indien und Brasilien dürften von einem beispiellosen Umfeld mit negativen Realzinsen und einer unterbewerteten Währung in Brasilien sowie den anhaltenden Reformbemühungen und der überschüssigen Kapazitäten in der Wirtschaft profitieren.

Die Markterholung in den Schwellenländern, allen voran Ostasien, wird aussichtsreiche Chancen schaffen. Denn viele Unternehmen haben die Pandemie erfolgreich bewältigt und dürften mit einer verbesserten Wettbewerbsposition aus der Krise hervorgehen – das gilt nicht nur für die Covid-19-Gewinner.

Wir erwarten, dass Covid-19 auch das Jahr 2021 dominieren wird. Obwohl wirksame Impfstoffe vorliegen, sind die Herstellung und die Verteilung in ausreichender Menge noch eine hohe Hürde. Daher erwarten wir weiterhin vereinzelte Covid-Ausbrüche in Ländern, die dem zugrunde liegenden Trend der Konjunktur- und Markterholung Volatilität beimischen.

Spannungen zwischen China und den USA

Die geopolitischen Spannungen zwischen China und den USA bleiben ein wichtiger Punkt, der ungeachtet des Ergebnisses der US-Wahl fortbestehen dürfte. Auch wenn das zu einer Entkoppelung der beiden Länder im Technologiesektor führt, beobachten wir in China eine Öffnung der Finanzmärkte – die zu weiteren ausländischen Investitionen führt. Das Interesse an chinesischen A-Aktien wächst parallel zu den gestiegenen Kapitalzuflüssen in den Anleihemarkt.

Mit einer neuen US-Administration dürfte es zu einem konsensorientierten Verhältnis kommen, auch wenn die strategischen Spannungen bleiben werden. Ungeachtet dessen wird das wirtschaftliche Gebot für US-Unternehmen sein: In China zu wachsen, zu entwickeln, dorthin zu verkaufen sowie dort einzukaufen. Das wiederum dürfte die Politik des designierten US-Präsidenten Joe Biden beeinflussen.

Chancen in Schwellenländern

Diese Ausweitung der Konjunkturerholung dürfte für eine verbesserte Gewinntransparenz sorgen. Sowohl aus kurzfristiger als auch struktureller Sicht bieten sich dadurch erfolgversprechende Chancen in den Schwellenländern.

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