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Börse für Einsteiger Die wichtigsten Unterschiede zwischen ETF und Fonds

Viele Anleger setzen auf einzelne Anleihen oder Aktien. Der Nachteil: Wenn sich ein „schlechtes“ Papier darunter befindet, könnten die Verluste mitunter enorm sein. Um die Risiken zu minimieren, sollten Investoren sich daher mehrere Werte ins Depots holen. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und worauf Sie achten sollten.

23.03.2021 - 09:00 Uhr | in News

Investoren, denen Einzelinvestments zu riskant sind, können sich stattdessen auch Anteile eines bunt gemischten Aktien-Korbs kaufen. Hierfür stehen derzeit zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen können Anleger über aktiv gemanagte Fonds am Kapitalmarkt teilnehmen, zum anderen können sie in Indexfonds investieren, sogenannte Exchange Traded Funds, kurz ETF.

Verwaltung, Handel und Kosten

Bei traditionellen Fonds versucht der Manager den Markt beziehungsweise die zugrundeliegende Benchmark zu übertreffen und somit besonders hohe Renditen für seine Investoren zu erzielen. Ob das gelingt hängt allerdings davon ab, wie erfolgreich er bei der Titelauswahl ist. Steigen die Kurse der von ihm ausgewählten Aktien, wächst auch der Wert des Fonds. Schreiben die Unternehmen jedoch Verluste, sinkt der Wert des Fonds.

Indexfonds sind in dieser Hinsicht besser kalkulierbar. Statt der Auswahl eines Fondsmanagers bilden ETFs die Wertentwicklung eines kompletten Aktienindex wie etwa des Dax oder des MSCI World nach. Der Nachteil des starren Indexbezugs ist allerdings, dass der ETF nie besser laufen kann, als der gesamte Markt.

Auch bei der Preisfestlegung unterscheiden sich beide Anlageprodukte. Während der Anteilspreis eines Fonds nur einmal täglich berechnet wird, können ETFs an der Börse gekauft werden. Dementsprechend wird der Anteilspreis laufend neu vergeben.

Das bietet gleich zwei Vorteile gegenüber klassischen Fonds: Es gibt keinen Ausgabeaufschlag und die laufenden Gebühren fallen deutlich geringer aus. Für Aktien- und Rentenfonds ermittelte das Analysehaus Morningstar jüngst, dass in Europa im Schnitt jährliche Kosten von 1,3 Prozent des Fondsvermögens anfallen. ETFs lagen dagegen bei 0,3 Prozent pro Jahr. Das bedeutet: ETFs haben gegenüber Fonds einen Kostenvorteil von knapp einem Prozent pro Jahr. Traditionelle Fonds müssten also um den gleichen Betrag besser laufen, um nach Abzug der Kosten auf die gleiche Wertsteigerung wie ein entsprechender Indexfonds zu kommen.

Zum veranschaulichen: Wenn Privatanleger über einen Zeitraum von zehn Jahren 2.000 Euro anlegen mit einer erwarten Rendite von 5 Prozent, bleiben nach Abzug der Kosten bei einem ETF etwa 3.150 Euro übrig, bei dem Fonds sind es lediglich 2.750 Euro. Also eine Differenz von 450 Euro. Das bedeutet für den Fondsmanager, dass er den ETF um 1,48 Prozent schlagen muss, damit sein Fonds die gleiche Wertsteigerung erreicht.

Doch ETF ist nicht gleich ETF: Deutlich kostspieliger als solche für den breiten Markt sind Indexfonds zu speziellen Themen wie Wasserstoff, Klimawandel oder E-Mobilität. Hier sind schnell mal mehr als 0,6 Prozent Gebühren pro Jahr fällig. Zudem werden die ETFs häufig von den Aktien einzelner Unternehmen dominiert, was große Risiken mit sich bringen kann. Denn: Während aktiv gemanagte Fonds maximal 10 Prozent in eine Aktie stecken dürfen, gilt diese Begrenzung bei ETFs nicht.

Wer hat die Nase vorne?

Schauen Anleger auf die Kosten, ist klar, dass ETFs mit ihren geringeren Gebühren überzeugen können. Zudem lässt sich die Wertentwicklung der Indexfonds leichter nachvollziehen, da sie stets einen Börsenindex oder ein spezielles Thema eins zu eins nachbilden. Das wiederum kann sich auch als Nachteil herausstellen. Denn Fondsmanager können durch geschickte Auswahl ihrer Anlagen einen Mehrertrag gegenüber ihrer Benchmark erzielen. Dazu verringern sie in schlechten Marktphasen durch gezielte Anlageentscheidungen Risiken oder erhöhen in Phasen des Aufschwungs durch Übergewichtung erfolgversprechender Papiere die Renditechancen des Fonds.

Zwar belegen mehrere Studien, dass das den Fondsmanagern in den wenigsten Fällen gelingt. Andererseits haben Anleger mit ETFs gar keine Chance auf Überrendite. Es zeigt sich, dass sich die Expertise des Research-Teams von Vermögensverwaltern insbesondere in Nischenmärkten auszahlt, weil das Team die gesamte Wertschöpfungskette näher betrachtet und anhand dessen Investitionsentscheidungen treffen kann. Durch eine geschickte Titelwahl und zukunftsorientierte Anlagestrategien kann sich eine überdurchschnittliche Rendite erzielen lassen.

Tabelle 1: Die wichtigsten Unterschiede zusammengefasst

                                              Eigene Recherche