Digitalisierung der Vermögensanlage „Wir unterstützen bei der Erfüllung regulatorischer Anforderungen“

Der Berliner FinTech-Inkubator FinLeap und der Versicherungskonzern Talanx haben vor einem Jahr den Dienstleister für Vermögensverwalter Elinvar gegründet. CEO und Mitgründer Chris Bartz spricht im Interview über Kundenwünsche, den deutschen Markt und Schwerpunkte, die er als Leiter des Arbeitskreises FinTechs & Digital Banking beim Branchenverband Bitkom setzt.

21.11.2017 - 11:4521.11.17 - 12:46
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Gesellschafterstruktur von Elinvar, B2B2C-Plattform für Vermögensverwalter und Privatbanken: Verqickung von Technologie- und Finanzexpertise
Gesellschafterstruktur von Elinvar, B2B2C-Plattform für Vermögensverwalter und Privatbanken: Verqickung von Technologie- und Finanzexpertise © Elinvar

der fonds: Herr Bartz, das Thema Robo-Advice bewegt die Finanzbranche. Wie sollten Vermögensverwalter mit dem Thema umgehen? Müssen sie sich auf nachhaltige Veränderungen des Wealth Managements einstellen?

Chris Bartz: Zunächst ist festzuhalten, dass es um die Digitalisierung der Vermögensanlage insgesamt geht. Robo-Advice ist da nur ein Thema. Und die Digitalisierung ist für Vermögensverwalter vor allem eine Chance. Veränderungen sind ein normaler Prozess, das mag zwar einige verunsichern, lässt sich aber nicht aufhalten. Wichtig ist, dass sich Vermögensverwalter darauf einstellen. Sie müssen sich ihrer Stärken bewusst werden und diese dann gezielt einsetzen, um sich – gemeinsam mit den richtigen Partnern – langfristig erfolgreich zu positionieren.

Welche konkreten aktuellen Herausforderungen im Wealth Management sollten Vermögensverwalter im Blick haben? Welche Hilfe können hier Robo-Advice-Strategien leisten? 

Bartz: Entscheidend ist aus meiner Sicht vor allem, dass die Digitalisierung von Kunden aktiv gefordert und forciert wird. Gerade sehr gut verdienende und vermögende Kunden sind heute die Early Adopters wenn es um Technologie geht – das gilt für die jeweils neueste Generation des iPhones genauso wie für Alexa oder Tesla. Zudem entsteht Vermögen regelmäßig aus unternehmerischer Aktivität. Kunden beschäftigen sich in ihrem täglichen Job mit der Digitalisierung und erwarten das Gleiche von ihrem Vermögensverwalter.

Wie sehen Sie das Marktpotential? Lohnt sich das Angebot aus Deutschland heraus?

Bartz: Deutschland ist durchaus ein attraktiver Markt. Alleine hier sind rund 500 unabhängige Vermögensverwalter und rund 300 Privatbanken tätig. Für all diese Unternehmen ist Digitalisierung ein Thema. Daraus entsteht eine hohe Nachfrage an Kooperationen und partnerschaftlicher Zusammenarbeit, wie wir sie bieten.