Dollar, Euro, Yen US-Wahlen: So reagiert der Währungsmarkt

Die US-Präsidentschaftswahl steht nun vor der Tür und die jüngst veröffentlichten Umfragen zeigen klar – die beiden Kandidaten liefern sich ein enges Rennen. Hillary Clinton liegt zwar momentan vorn, ihr Vorsprung ist aber kleiner als man vor ein paar Monaten erwarten konnte. Der Währungsexperte Jannis Raftopoulos, Geschäftsführer der JRC Capital Management Consultancy & Research, analysiert die Auswirkungen für die Währungsmärkte.

07.11.2016 - 17:3008.11.16 - 12:08
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Ein enges Rennen bedeutet Unsicherheit für die Märkte, vor allem, weil Donald Trump als Präsident für unberechenbar gehalten wird und somit in den Augen vieler Anleger einen großen Risikofaktor darstellt.

Die zunehmende Unsicherheit war besonders in der vergangenen Woche zu spüren – die Aktienmärkte gerieten unter Druck und beendeten die Handelswoche mit einem kräftigen Minus. Parallel fiel auch der US-Dollar Index innerhalb weniger Tage von 99.12 (Hoch 25.10.16) auf 97.07 (Schlusskurs 04.11.2016). Währungen wie der Mexikanische Peso reagierten jedes Mal unmittelbar stark negativ, wenn laut Umfragen die Chancen von Trump gestiegen waren.

Der Start in die neue Woche konnte etwas Beruhigung in die Märkte bringen, nachdem am Sonntagabend gute Nachrichten für die demokratische Kandidatin kamen: laut dem letzten FBI-Bericht bezüglich der E-Mail-Affäre können keine strafbaren Handlungen von ihrer Seite aus nachgewiesen werden.

Was nun? Wir erwarten weiter Nervosität am Devisenmarkt bis die ersten offiziellen Ergebnisse eine klare Tendenz zeigen. Ein Sieg von Hillary Clinton würde wahrscheinlich für Erleichterung sorgen und der US-Dollar dürfte zumindest kurzfristig leicht davon profitieren, vor allem gegenüber dem Euro und dem Yen.

Die Auswirkungen auf die „Commodity-Währungen“ sind hingegen schwer einzuschätzen. Sowohl der Australische als auch der Neuseeländische Dollar könnten von einer positiven Reaktion an den Aktienmärkten unterstützt werden.

Sollte sich im Gegenteil Trump als Sieger erweisen, werden deutlich stärkere Reaktionen an den Märkten erwartet. In diesem Szenario erwarten wir eine Stärke bei dem japanischen Yen und dem Schweizer Franken, die als „sichere Häfen“ betrachtet werden. Der Dollar-Yen könnte bis in den Bereich 101-100 fallen.

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