AltersvorsorgeDWS verabschiedet sich von der Riester-Rente

Die Fondsgesellschaft stellt das Neugeschäft mit Riester-Verträgen ein. Aufgrund mangelnder Reformbereitschaft seitens der Politik sei diese Entscheidung nötig, um die Interessen zukünftiger Anlegergenerationen zu schützen. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Fondssparen.

17.06.2021 - 17:31 Uhr17.06.21 17:31
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Abschied
Abschied: Die DWS stellt ihr Neugeschäft mit Riester-Produkten ein © IMAGO / Hannelore Förster

Viel wurde im 20. Jubiläumsjahr über die staatlich geförderte Riester-Rente diskutiert. Die DWS schafft nun Tatsachen: Die Fondsgesellschaft stellt zum 1. Juli 2021 das Neugeschäft mit sämtlichen Riester-Produkten ein, wie das Unternehmen mitteilt.

Die vollständige Beitragsgarantie der Riester-Produkte erweise sich im Umfeld anhaltender Niedrigzinsen zunehmend als Bürde für Vorsorgesparer, da das Kapital fast ausschließlich in konservative und negativ rentierende Anleihen investiert werden muss. „Es bleibt kein Spielraum für chancenreiche und substanzwertbasierte Aktienanlagen“, so die DWS. Daher setze sie sich bereits seit 2015 dafür ein, die verpflichtende Bruttobeitragszusage (100-Prozent-Garantie) bei Riester-Produkten durch den Gesetzgeber flexibler zu gestalten.

In ihrem Koalitionsvertrag 2018 hatten CDU/CSU und SPD vereinbart, zügig die private Altersvorsorge zu reformieren. „Allerdings wurde in der nun auslaufenden Wahlperiode keine gesetzliche Änderung eingebracht“, heißt es von der DWS. „Die Entscheidung, das Neugeschäft einzustellen, ist daher nötig, um die Interessen zukünftiger Anlegergenerationen zu schützen. Sobald die notwendige Reform durch den Gesetzgeber auf den Weg gebracht wurde, wird die DWS ihre Position und ihren Neuvertriebsstopp umgehend prüfen.“

Echtes Schwergewicht

Über 665.000 Bestandskunden hätten sich bis dato für ein Riester-Produkt der DWS entschieden. Das Unternehmen wurde so zu einem der bedeutendsten Marktteilnehmer in der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Sebastian Mentel, Leiter Private Vorsorge und Vermögensaufbau, sagt dazu: „Wir haben wirklich alles für die Verbreitung der kapitalgedeckten Vorsorge in Deutschland getan. In unserer Funktion als Treuhänder für unsere Kundinnen und Kunden zwingt uns die unterlassene Reform der Riester-Gesetzgebung leider dazu, bis zu einer Änderung keine neuen Verträge mehr anzunehmen.“

Hiervon betroffen sind laut Mitteilung die DWS RiesterRente Premium, der DWS Vermögenssparplan Premium, der DWS Premiumsparplan für Versorgungsausgleich und die DWS TopRente. Die Einstellung betreffe nur das Neugeschäft, die Bestandsverträge werden unverändert weitergeführt. Die DWS BasisRente Komfort, ein garantiefreies Rürup-Produkt, ist von der Einstellung nicht betroffen und im Neugeschäft weiterhin verfügbar.

Fokus auf Fondssparen

Die DWS setzt im Neugeschäft verstärkt auf garantiefreie, fondsbasierte Sparformen und Produktlösungen. „Erklärtes Ziel ist es, auch in einer anhaltenden Niedrigzinsphase zeitgemäße, transparente und zukunftsfähige Lösungen zur Altersvorsorge und zum Vermögensaufbau anzubieten.“ Entsprechend richte sich der Fokus noch stärker auf die garantiefreie Altersvorsorge sowie auf nicht gefördertes Fondssparen.