Erneuerbare Energien Energiekrise birgt auch Chancen

Obwohl auf der Nordhalbkugel der Winter noch nicht Einzug gehalten hat, sind die Energiepreise zuletzt massiv gestiegen. Das stelle eine Belastung für Haushalte und Wirtschaft dar – eröffne aber auch Chancen, betont Paul Flood, Fondsmanager bei Newton Investment Management.

Solar Valley bei Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt
Solar Valley bei Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt: Die aktuell hohen Strompreise könnten Investitionen in erneuerbare Energien und die Abkehr von fossilen Brennstoffen fördern© Imago Images / Jürgen Held

„Sehr lange wurden die Energiepreise künstlich niedrig gehalten“, sagt Paul Flood, Co-Fondsmanager des BNY Mellon Global Equity Income Fund (ISIN: IE00B3SXRS86) bei Newton Investment Management – einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management. Er geht davon aus, dass sich ein höheres Preisniveau einpendeln wird. Dadurch werde aber der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert, was langfristig wiederum deren Preise senken und die Abhängigkeit von Öl und Gas als Hauptenergiequelle verringern könnte.

„Die Pandemie hat zu Verhaltensänderungen in der Gesellschaft geführt. Trotzdem ist es immer noch ein schwieriger Prozess, die von Wissenschaftlern geforderten Maßnahmen für mehr Klimaschutz umzusetzen“, sagt Flood. Die Regierungen spielen aus seiner Sicht eine entscheidende Rolle beim Abfedern des Preisanstiegs, wenn die Kosten einen zu großen Teil des Einkommens vieler Menschen ausmachen. Die Schwierigkeit liege darin, die Balance zu finden zwischen dem, was ökologisch notwendig und dem, was in der Praxis machbar ist. Das falle umso schwerer, wenn die durch die Pandemie noch immer stark beeinträchtigte Wirtschaft in Gang gehalten werden solle.

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Hohe Strompreise nutzen erneuerbaren Energien

Hohe Strompreise sollten Investitionen in erneuerbare Energien und die Abkehr von fossilen Brennstoffen fördern, obwohl der Ausbau von Solar- und Windenergieanlagen kurzfristig zu Schwankungen der Strompreise führen kann. „Interessant ist, dass sich die Kosten an den Gaspreisen orientieren und nicht an denen der erneuerbaren Energien“, betont Flood.

Wenn die Regierungen weiterhin an den bisherigen Vorschriften festhielten, liefen sie Gefahr, die Investitionen in saubere Energien zu untergraben. Bestes Beispiel sei Spanien: Dort hat die Regierung Pläne ankündigt, Geld von Energieversorgungsunternehmen zurückzufordern, die selbst kein Gas verwenden, aber davon profitiert haben, dass die steigenden Gaspreise die Strompreise in die Höhe getrieben haben.

Umgekehrt könnten Schwellenländer bei sinkenden Rohstoffpreisen am Status quo festhalten, was wiederum die Maßnahmen der Industrieländer zur Verringerung der CO2-Emissionen im Energiesektor konterkarieren könnte. Deshalb sei zu befürchten, dass die energieintensiven Industrien ihren Standort aus den Industrieländern in Entwicklungsländer verlagern. „Aus diesem Grund sei die Einführung einer CO2-Steuer so wichtig.“

Batteriespeicher entscheidend für stabile Stromversorgung

Im Bereich der regenerativen Energien bestehe weiterhin enormer Kapitalbedarf. „Wir sind davon überzeugt, dass ausgewählte Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien stabile Erträge und hohe Dividenden bieten können“, so Flood.

Darüber hinaus sieht er den Sektor der Batteriespeicher als aussichtsreich an. Die Stromspeicherung sei für die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien von entscheidender Bedeutung, da sie zur Netzstabilität beiträgt. „Um den Ausbau voranzutreiben, brauchen wir effiziente Speichermethoden für die Steuerung der Dynamik bei Angebot und Nachfrage. Dafür ist es zwingend notwendig, die entsprechende Infrastruktur zu entwickeln“, betont der Portfoliomanager.

„Wir sind davon überzeugt, dass eine verlässliche staatliche Regulierung entscheidend für die Energiewende ist. Wir erreichen jetzt die Größenordnung, die erforderlich ist, um die Kosten für die Entwicklung erneuerbarer Energien zu senken, die nur durch privates Startkapital und staatliche Unterstützung zustande gekommen ist.“ Wenn sich dieser Prozess fortsetzt, werde sich wahrscheinlich eine Industrie mit niedrigeren Energiekosten entwickeln als jene, die auf herkömmlichen fossilen Brennstoffen basiert.

Mehr über den BNY Mellon Global Equity Income Fund:

Wertentwicklung seit Jahresbeginn: 18,5 Prozent

Wertentwicklung 5 Jahre: 50,1 Prozent (p.a. 8,5 Prozent)

  •     Gesellschaft: BNY Mellon Global Management Limited
  •     Fondsmanager: Ilga Haubelt, Robert Hay, Paul Flood und Jon Bell
  •     ISIN: IE00BKRCMJ13
  •     Auflegung: 3. Mai 2016
  •     Fondsvolumen (in US-Dollar): 704 Millionen
  •     Volatilität 5 Jahre: 12,7 Prozent
  •     Sharpe Ratio 5 Jahre: 0,58
  •     Anlageklasse: Aktienfonds All Cap Welt

Hinweis: Es handelt sich hierbei um keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Die Geldanlage am Kapitalmarkt ist mit Risiken verbunden. Aus Wertentwicklungen in der Vergangenheit lässt sich nicht auf künftige Wertentwicklungen schließen (Stand der Daten: 8. Oktober 2021).