Eyb & Wallwitz-Podcast „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“

Wirtschaft und Philosophie sind kaum kompatibel – so die gängige Meinung. Doch das stimmt nicht: Es gibt viele Anknüpfungspunkte. Welche das sind, diskutieren Georg von Wallwitz und Kristina Bambach mit dem Philosophen Franziskus von Heereman im aktuellen Podcast von Eyb & Wallwitz.

27.09.2021 - 12:4527.09.21 - 12:56
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Planungsentwurf eines grünen Stadtteils in Beverly Hills
Planungsentwurf eines grünen Stadtteils in Beverly Hills: Wirtschaft und Philosophie sind enger miteinander verknüpft als häufig angenommen wird© IMAGO / Cover-Images

Philosophen beschäftigen sich mit viele ethischen Fragen, aber auch mit gesellschaftspolitischen Debatten. Doch was genau ist unter Ethik zu verstehen? „Ethik fragt nach dem richtigen Handeln“, erklärt Franziskus von Heereman, Professor für Philosophie an der Hochschule Vallendar. Der Wirtschaft hingegen wird häufiger nachgesagt, dass sie die Gier und den Egoismus im Menschen fördere – ganz nach dem Ausspruch von Bertolt Brecht: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“.

Daher stellt sich die Frage, ob die Wirtschaft überhaupt eine besondere moralische Verpflichtung hat? „Der Mensch, insofern er wirtschaftlich handelt, steht unter einem ethischen Anspruch“, findet von Heereman. Die Wirtschaftswissenschaften hingegen argumentieren, dass der Daseinszweck eines Unternehmens das Geldverdienen sei und sonst nichts. „So eng würde ich das nicht fassen, dennoch gibt es auch hier einen Graubereich“, ergänzt Georg von Wallwitz, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Eyb & Wallwitz.

Verantwortungsbewusstsein

Aus seiner Sicht haben Unternehmen eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, ebenso gegenüber der Umwelt. Das liegt auch daran, dass die Wirtschaft für viele Probleme in diesem Bereich verantwortlich ist. Daher stellt sich die Frage, ob jetzt eher Klimaskepsis oder Klimaglaube angebracht ist? „Meist liegt die Antwort in der Mitte zwischen zwei Extremen“, so von Heereman.

Die EU hat zuletzt viele Verordnungen zur Klimaneutralität auf den Weg gebracht. Ist die ESG-Regulatorik nur eine Delegation des Gewissens? „Je mehr der Mensch dafür sorgen wird, dass er nicht zu viel CO2 verbraucht, desto weniger Regeln bräuchte es. In anderen Worten: Wer weniger regulatorischen Eingriff möchte, sollte möglichst wenig Kohlenstoffdioxid ausstoßen“, betont von Heereman.

Welche philosophischen Überlegungen die Finanzindustrie aus von Heeremans Sicht zukünftig berücksichtigen sollte, erfährst du in der aktuellen Ausgabe des Eyb & Wallwitz-Podcasts. Jetzt reinhören!