Erzeugerpreise Walzstahl teurer, Geflügel billiger

Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im Februar im Jahresvergleich kräftig gestiegen und weisen die höchste Jahresrate seit Dezember 2011 auf. Die Hinweise für steigende Inflation verdichten sich – Gold bleibt als Mittel zum Kapitalerhalt gefragt.

20.03.2017 - 16:4320.03.17 - 17:29
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RWE-Kraftwerk in Bergheim, NRW: Höhere Preise für Elektrizität werden bald auf die Verbraucherpreise durchschlagen
RWE-Kraftwerk in Bergheim, NRW: Höhere Preise für Elektrizität werden bald auf die Verbraucherpreise durchschlagen© Getty Images

Der beschleunigte Anstieg der Erzeugerpreise in Deutschland verlief auch im Februar ungebremst. Die Preise auf Produzentenebene stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,1 Prozent, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Die Erzeugerpreise sind im Februar damit mit der höchsten Jahresrate seit Dezember 2011 gestiegen. Im Januar hatte die Jahresrate noch bei 2,4 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat zeigt sich die Teuerung etwas gedämpft: Nach einem Zuwachs um 0,7 Prozent im Januar belief sich die Preissteigerung im Februar auf 0,2 Prozent. Volkswirte hatten auf Monatssicht mit einem doppelt so hohen Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet. Die Erwartung von Volkswirten zur Jahresrate war jedoch mit 3,3 Prozent sogar noch etwas höher angesetzt als der jetzt gemeldete Wert.

Energie als Preistreiber

Die Preisentwicklung bei Energie wirkte sich im Februar 2017 am stärksten auf die Entwicklung des Gesamtindex aus. Energie verteuerte sich im Februar um 5,4 Prozent gegenüber dem Februar 2016. Gegenüber Januar sanken die Preise jedoch geringfügig um 0,2 Prozent. Auffällig ist die sehr unterschiedliche Preisentwicklung bei den einzelnen Energieträgern. Während Mineralölerzeugnisse 22,7 Prozent mehr kosteten als im Februar 2016 und elektrischer Strom um 9,6 Prozent teurer war, verbilligte sich Erdgas gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent.

Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise um 2,2 Prozent höher als im Februar des Vorjahres. Gegenüber Januar 2017 stiegen sie um 0,3 Prozent, rechnet das Statistische Bundesamt vor.

Preisentwicklung bei Vorleistungs- und Verbrauchsgütern

Interessant ist der Blick auf die Preissteigerungen einzelner Güter. Bei Vorleistungsgütern – Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden – kosteten Metalle insgesamt 12,2 Prozent mehr als im Februar 2016. Walzstahl verteuerte sich um 17,6 Prozent zum Vorjahr, Betonstahl sogar um 24,4 Prozent. Holzhackschnitzel hingegen verbilligten sich um 10,1 Prozent.

Auffällige Ausschläge gab es auch bei den Preisen für Verbrauchsgüter: Einen besonders starken Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete im Februar Butter mit einem Plus von 44,7 Prozent. Zucker kostete 11,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Fleisch ohne Geflügel war um 7,5 Prozent teurer als im Februar 2016, Kaffee um 5,3 Prozent. Dagegen kostete Geflügel 2,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.