ESG im Mittelpunkt„Nachhaltigkeit schützt Portfolios vor Risiken”

Das Interesse für „grüne“ Geldanlagen wächst – doch die Vorbehalte unter Investoren sind immer noch groß. Warum grüne Investments nicht nur für gutes Karma sorgen, sondern auch dem Portfolio nützen, erläuterte Naïm Abou-Jaoudé, Vorstandsvorsitzender von Candriam, auf der diesjährigen Medien-Konferenz in Brüssel. Lesen Sie den ersten Teil unseres Berichts!

13.11.2018 - 15:20 Uhr13.11.18 15:20
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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Hat nicht mehr viel zu lachen: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. ESG-Screenings können Fehler in Unternehmen – wie etwa den Datenskandal bei Facebook – erkennen.© Getty Images

Nachhaltigkeit als zentrales Prinzip der Geldanlage – dieses Thema stand im Mittelpunkt der diesjährigen Medien-Konferenz von Candriam in Brüssel. Für den europäischen Asset Manager war Nachhaltigkeit bereits bei der Gründung ein zentrales Thema: Der Name ist ein Akronym, das aus den Worten „Conviction and Responsibility in Asset Management“ entstanden ist und auf Deutsch „Überzeugung und Verantwortung im Asset Management“ bedeutet. Der Vermögensverwalter war unter den ersten Fondshäusern, die sich auf Nachhaltigkeit bei der Geldanlage spezialisierten. Seit der Auflage des ersten Nachhaltigkeitsfonds 1996 sind Umwelt-, soziale und Governance (ESG)-Kriterien fester Bestandteil aller Investment-Prozesse. 

Millennials mögen Nachhaltigkeit – aber Großanleger haben das Geld

Wie wichtig es ist, dass sich das globale Finanzsystem wandelt und Akteure ihre Macht für gute Zwecke einsetzen, betonte Candriams Vorstandsvorsitzender Naïm Abou-Jaoudé bei seinem Vortrag. Die gute Nachricht: Die Einstellung zu nachhaltiger Geldanlage – und zu Umwelt-, sozialen und Governance-Themen – hat sich positiv verändert. „Vor allem Millennials üben immer mehr Druck aus und drängen zu mehr Nachhaltigkeit.“ Jedoch gibt es auch eine schlechte Nachricht: „Millennials sind nicht diejenigen mit dem vielen Geld und dem großen Einfluss“, so Abou-Jaoudé.

Anteilseigner und Großinvestoren hätten dagegen die Mittel, Unternehmen positiv zu beeinflussen und durch ihre Investment-Entscheidungen Märkte in die richtige Richtung zu bewegen. Doch wie bringt man gewinnorientierte Investoren dazu, sich für nachhaltige Produkte zu entscheiden? Zumal auch weiterhin die Befürchtung weit verbreitet ist, die Berücksichtigung von ESG-Kriterien bei der Geldanlage schmälere die Renditen.