ETF-Wette Nr. 1 Das Wunder-Portfolio der FAZ

Können mit einem aus lediglich zwei ETFs bestehenden Depot höhere Renditen erzielt werden, als es aktive Fondsmanager schaffen? Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat es ausprobiert – und kommt nach fünf Jahren zu einem erstaunlichen Ergebnis.

23.11.2021, aktualisiert 29.11.2021 - 08:1329.11.21 - 08:13
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Börse in New York
Börse in New York: Mit nur zwei ETFs lässt sich ein aussichtsreiches Depot bauen© Imago Images / UPI Photo

Vor rund fünf Jahren hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung ihren Lesern ein einfaches Depot bestehend aus zwei ETFs präsentiert. Der wenig bescheidene Name: „Wunder-Portfolio“. Das besteht zu jeweils 50 Prozent aus einem ETF auf den MSCI World und einem auf europäische Anleihen. Die Frage: Lässt sich damit mehr Rendite erzielen als mit aktiv gemanagten Fonds?

„Wunder-Portfolio“: Zwei ETFs reichen

Ein Teil des „Wunder-Portfolios“ ist ein ETF auf den globalen Aktienindex MSCI World. Dieser bildet rund 1.600 Unternehmen aus 23 entwickelten Volkswirtschaften weltweit ab, wobei die USA mit einer Gewichtung von 68,5 Prozent den Löwenanteil ausmachen. Die FAZ-Redaktion entschied sich für ein Produkt der Blackrock-Tochtergesellschaft iShares, den iShares MSCI World UCITS ETF (Dist) (ISIN: IE00B0M62Q58). Auf der Anleiheseite kam der iShares Euro Aggregate Bond (ISIN: IE00B3DKXQ41) dazu, der europäische Staats- und Unternehmensanleihen abbildet. 

Einmal im Jahr stellten die Experten die ursprüng­liche Gewichtung von 50:50 wieder her. Durch das sogenannte „Rebalancing“ wird erreicht, dass die Risikoverteilung des Portfolios stabil bleibt.

„Wunder-Portfolio“ überflügelt Fonds-Flaggschiffe

Und das soll jetzt reichen, um aktiv gemanagte Fonds bei der Rendite zu übertreffen? Offensichtlich, wie die FAZ fünf Jahre später schreibt: „Nur zwei der für diese Untersuchung betrachteten renommierten Konkurrenten, die Fonds Flossbach von Storch Multiple Opportunities und Blackrock Global Al­location, schafften es in all den Jahren überhaupt, wenigstens mit dem Portfolio mitzuhalten. Andere Starfonds mussten sich dagegen teilweise deutlich geschlagen geben“, schreibt FAZ-Redakteur Dennis Kremer (kostenpflichtig).

Nach Angaben der Zeitung erwirtschaftete das „Wunder-Portfolio“ in den fünf Jahren bis zum 13. November 2021 eine Rendite von 8,2 Prozent bei einem maximalen Verlust von 17,2 Prozent. Der bereits erwähnte Flossbach von Storch Multiple Opportunities (ISIN: LU0952573482) kommt auf ein Plus von 7,5 Prozent, der Blackrock Global Al­location (ISIN: LU0072462426) auf 8,3 Prozent und liegt damit an der Spitze. Am unteren Ende der Vergleichfonds rangiert der Carmignac Patrimoine (ISIN: FR0010135103), der 3,11 Prozent lieferte.

Als Hauptgrund für die positive Entwicklung nennt Kremer den Kostenaspekt: „Ein Großteil der Gebühren steht unabhängig von der konkreten Wertentwicklung eines Portfolios ja immer schon im Vorhinein fest. Es handelt sich um einen Startvorteil, den aktive Fondsmanager nur mit einer ganz außergewöhnlichen Leistung wiedergutmachen können.“ Und auch wenn natürlich niemand in die Zukunft blicken könne: „Viel spricht dafür, dass der einfache Charme des Wunder-Portfolios Anlegern auch in Zukunft zu Diensten sein wird.“

Topp, die Wette gilt!

Übrigens: Aktiv oder passiv? Egon Wachtendorf von DAS INVESTMENT hat hier ebenfalls eine Wette laufen. Hier erfahrt ihr, mit wem und um was es geht!